Bruderschaft II, § 391

Urusvati weiß, dass die Lehre des Lebens keine Widersprüche enthalten darf, doch oberflächliche Leser könnten argwöhnen, dass bestimmte Sachverhalte miteinander unvereinbar seien. So spreche Ich über das Harmagedon in der Feinstofflichen Welt und berichte daneben über ein friedliches Dasein. Erinnern wir uns: Wie auf der Erde, so im Himmel. Zu Zeiten fürchterlichster Kriege auf Erden kann man auch überaus friedliche Länder sehen. In der Feinstofflichen Welt ist es ganz genauso. Vergessen wir nicht, dass irdische Ereignisse durch die Rinde des kleinen Planeten begrenzt sind, doch die Bereiche der Feinstofflichen Welt sind unvergleichlich ausgedehnter, weshalb auch alle Maße unbegrenzt erscheinen. Dennoch können die Menschen nicht verstehen, dass die Feinstoffliche Welt etwas zu fassen vermag, das mit irdischen Begriffen unvergleichbar ist. Schematisch kann man die Sphären voneinander abgrenzen, doch bei genauerem Studium werden die verbindenden Fäden sichtbar. Auf der Erde erweist sich, bei allen vorhandenen Abgrenzungen, jede Existenz als mit den verschiedenen Verhältnissen verbunden. Noch weitaus stärker ist dies in der Feinstofflichen Welt. Über diese ausgedehnte Welt spreche Ich nicht allein deshalb, weil es nötig ist, möglichst detailliertes Wissen darüber zu erfahren, sondern auch, weil es Unser Leben aufs engste betrifft. Es werden sich dennoch Menschen finden, die behaupten, es sei wenig über die Feinstoffliche Welt gesagt worden. Das gleiche könnten sie aber auch von ihrem eigenen irdischen Leben sagen. Das irdische Leben ist von Wundern erfüllt, die jegliche menschliche Vorstellungskraft übersteigen. Erweitern wir diese Wunder in die Unbegrenztheit, so erhalten wir die Möglichkeiten in der Feinstofflichen Welt. Allein aus Unachtsamkeit gegenüber dem irdischen Leben können die Menschen sich auch Unsere Existenz nicht vorstellen. Selbst jene, die versichern, Uns zu kennen, geraten beim ersten Missgeschick sowohl über Uns als auch über die Feinstoffliche Welt in Zweifel. Was aber wird sein, wenn Wir sagen, dass die Feinstoffliche Welt jegliche Art von Schwierigkeiten enthält? Die Zuhörer werden auseinanderlaufen, wobei sie vergessen, dass diese Flucht sie nicht enthebt, später doch in die Feinstoffliche Welt eintreten zu müssen. Ist es also nicht besser, das gesamte für den zukünftigen Weg nützliche Wissen jetzt zu sammeln? Wie der Augenblick des Einschlafens blitzt der Übergang in die Feinstoffliche Welt auf. Selbst wer aus einem Erholungsschlaf erwacht, befindet sich unter neuen Bedingungen. Das Denken kann dermaßen verwirrt sein, dass solche Bewohner in der Feinstofflichen Welt vergessen, nach der Hilfe des Führers zu rufen. Geschieht nicht das gleiche im irdischen Leben? Niemand spricht von den Führern, und diese äußerst naheliegende Verbindungsmöglichkeit bleibt ungenutzt. Selbst hinübergegangene Nächste können wenig helfen, wenn man sie ablehnt. Bei Abstoßung wird ein bedeutender Teil der Hilfe zerstreut. Gewaltsame Hilfe vermag die Hand zu brechen. Groß aber ist das Glück eines Menschen, der in eine ihm bereits bekannte Feinstoffliche Welt eintritt. Es braucht keine Energie für Anpassungen verwendet zu werden, sondern sie kommt in einem Drang nach oben zum Ausdruck. Vor langem wurde gesagt, dass die höheren Sphären mit Kraft zu nehmen sind und dass sie dem gehören werden, der sie in sich aufzunehmen vermag. Der Denker verabschiedete die Hinübergehenden mit den Worten: ‘Sammelt alle Kraft, um unverzüglich aufwärtszustreben.’

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