Bruderschaft II, § 379

Urusvati weiß, dass die sogenannten heiligen Schmerzen sich äußerlich nicht von gewöhnlichen Erkrankungen unterscheiden. Die Ärzte finden dafür nur routinemäßige Definitionen. Ihr wisst, dass das Leben zweier großer Denker Indiens in Krankheit endete, bei dem einen mit Kehlkopfkrebs, bei dem anderen mit Diabetes. Was können solche Krankheiten mit heiligen Schmerzen gemein haben? – So werden die Ärzte fragen. Beide Beispiele jedoch zeigen, dass selbstaufopfernde Verausgabung psychischer Energie die unerwartetsten Folgen zeitigen kann. Gleichfalls wisst ihr von den heiligen Schmerzen der Retterin, doch die Ärzte würden niemals Ursache und Wirkung solcher Selbstaufopferung anerkennen. Sie werden fragen, wozu solche Verschwendungssucht in der Verausgabung der psychischen Energie nützlich sei. Sind solche Fragen jedoch angebracht? Demnach könnte man auch noch Zweifel hegen, ob das Werk Unserer Schwestern in Spanien und Italien nützlich gewesen sei. Beide jedoch erwiesen sich als Beispiele hochstehender Arbeit für das Gemeinwohl. Sie kämpften gegen Ungerechtigkeit und Unwissenheit. Beide ertrugen schwere Beschimpfungen. Beide bezeigten eine nie dagewesene Geduld. Beide litten unter heiligen Schmerzen. Niemand vermochte ihre verschiedenen Erkrankungen, die unerwartet auftraten und plötzlich wieder vergingen, zu bestimmen. Niemand war in der Lage, über die Ursachen nachzudenken. Und dies besonders jene nicht, um derentwillen die Energie verströmt wurde. Doch diese Offenbarung von Selbstaufopferung erbrachte strahlende Stufen des Aufstiegs. Ein griechischer Weiser wurde sehr traurig, als er seine Gesundheit bemerkte: ‘Gelangt meine Kraft etwa nicht dorthin, wo sie erforderlich ist?’ So kann man anhand vieler Beispiele aufzeigen, dass das Große Dienen ganz und gar nicht irdische Gesundheit bedeutet. Ebenso lässt sich beweisen, dass einige Kranke länger als mutmaßliche Gesunde leben. Denkt darüber nach, dass die Hingabe der Energie höchste Freigebigkeit und Barmherzigkeit darstellt. Der Denker sprach: ‘Ein Segen ist es, dass jeder einen unsichtbaren Reichtum in sich trägt.’

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