Bruderschaft II, § 378

Urusvati weiß, dass das Karmagesetz die Existenz desjenigen voraussetzt, auf den es seine Wirkung ausüben wird. Viele würden eher eine völlige Vernichtung vorziehen als die Spirale des Karmas anzunehmen. Dementsprechend ist das alte Sprichwort entstanden: ‘Karma ist ein Scharfrichter, der sich sein Opfer aufbewahrt.’ Auf diese Weise wollten die Menschen zum Ausdruck bringen, dass Karma besondere Verbrecher gleichsam vor völliger Vernichtung bewahrt. Gewiss lässt sich bisweilen feststellen, dass offenkundige Übeltäter dennoch weiterexistieren, auch wenn sie nach menschlichem Ermessen hätten völlig vernichtet werden müssen. Kann man jedoch dort menschliche Maßstäbe anlegen, wo das Gesetz unaussprechlicher Gerechtigkeit wirkt? Nicht selten verfallen Übeltäter in langwierige Krankheit oder genießen zunächst Gesundheit, um dann später psychischen Schrecken unterworfen zu werden. Glauben wir jedoch nicht, dass Verbrechen damit gerechtfertigt werden könnten, Folge von psychischer Verwirrung zu sein. Lasst uns tiefer blicken, und wir werden Ursachen finden, die sich über einen Zeitraum vieler Jahrhunderte hinweg ausgewirkt haben. Solche Beobachtungen können einen Begriff von den Grundlagen des Karmas vermitteln. Weise fürchten dieses Gesetz nicht. Allgemein lässt sich die Menschheit einteilen in diejenigen, die die karmischen Folgen fürchten und jene, die sie ruhig empfangen. Meidet jene, die diese Folgen fürchten. Man kann überzeugt sein, dass sie die Schritte des Karmas spüren. Dabei mag es sein, dass sie noch nicht klar wissen, ob sich Wirkungen ergeben werden, doch in der Tiefe des KELCHES regt sich die lang vergessene Giftschlange. Bedenkt, wie sehr die Menschen in der Frage der Wiederverkörperung auseinandergehen. Die einen können die gesamte diesem Gesetz zugrundeliegende Gerechtigkeit annehmen, doch für die anderen erscheint es als ungeheuerlich. Auch solche Menschen erinnern sich verschwommen ihrer früheren Existenz und haben Grund, sich aufgrund ihrer Taten zu fürchten. So lässt sich die Teilung der Menschheit beobachten. Der Denker redete Seinen Schülern zu, das Karmagesetz nicht zu fürchten. Er sagte: ‘Ein Jäger geht voller Hoffnung in den Wald, sonst wird seine Jagd erfolglos sein.’

‹ § 377 · Inhaltsverzeichnis · § 379 ›