Bruderschaft II, § 377

Urusvati weiß von der Schlacht in der Feinstofflichen Welt. Dort, wo alles durch den Gedanken geschaffen wird, wird auch durch den Gedanken zerstört. Man kann sich die Zusammenstöße vorstellen, wenn Raserei mit dem Mut der Gerechtigkeit kämpft. Die Art der Schlacht, die sich in verschiedenen Schichten vollzieht, ist abhängig von der Beschaffenheit der jeweiligen Schicht. Die der Erde nächstgelegene Schicht ist von besonderer Raserei geprägt. Dorthin werden die unausgelebten Leidenschaften getragen, und alle irdischen Verirrungen leben dort weiter, da die ihnen Unterworfenen die Nichtigkeit ihrer leidenschaftlichen Neigungen noch nicht erkannt haben. Viele ehemalige irdische Herrscher sind dort versammelt, und jeder ist der vollen Überzeugung, dass allein Gewaltherrschaft die Krone des irdischen Lebens sei. Auch dort haben sie noch nicht erkannt, dass ihr unmenschliches Verlangen nur die irdische Atmosphäre aufwiegelt. Da sie die Harmonie nicht kennen, sind sie im Gegenteil sogar bereit, nicht nur die Erde, sondern auch den Himmel zu erschüttern. Sie kennen keine Ruhe und schöpfen Kraft aus ihrer Raserei. Man darf sich nicht wundern, dass es solche Schlachten gibt. Viele der Wahnsinnigen gehen zugrunde, andere jedoch werden durch ihr Karma gehalten. Denn auch das schwerste Karma setzt die Existenz desjenigen voraus, der es erleiden muss, da anderenfalls das Karmagesetz nicht erfüllt würde. Das Bestreben, Harmonie zu stören, erschwert das Karma ebenfalls. Es stellt sich die Frage, was mit überwundenen Gedankenentladungen geschieht. Sie geraten in eine Art Schlafzustand, doch verzögert solcher Zustand nur ihre weitere Entwicklung. So sind viele Beschreibungen himmlischer Schlachten nicht weit von der Wirklichkeit entfernt. Es ist jedoch bedauerlich, dass die Menschen dabei häufig grobe Symbole verwenden und auf diese Weise vorhandene Irrtümer vergrößern. Lest die menschliche Geschichte nochmals und seht, wie die Phantasie sich von der Wirklichkeit entfernt hat. Die gröbsten beschriebenen Formen existieren in der Feinstofflichen Welt nicht. Selbst die Raserei feinstofflicher Wesenheiten hebt sich noch von den entsprechenden irdischen Formen ab. Der Denker ging davon aus, dass der irdische Gedanke die Feinheit der Höheren Welt nicht erreichen könne.

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