Bruderschaft II, § 366

Urusvati weiß, dass äußere Erscheinungen keinen Maßstab für das innere Leben zu bilden vermögen. Will man eine Vorstellung vom inneren Leben gewinnen, ist es nötig, sich in Bestrebungen und Vorhaben zu vertiefen. Wenn ihr erkennt, dass jemand Philosoph, Arzt, König oder Krieger war, so ergibt all solches Wissen nicht das innere Antlitz, weshalb es umso notwendiger ist, jene Grundlagen zu erkennen, von denen sich die offenbarten Tatmenschen leiten ließen. So geben auch Wir jetzt eine Betrachtung Unseres inneren Lebens, wobei Wir die in der Bruderschaft angelegten Fundamente aufzeigen. Allzu oft haben die Menschen versucht, Uns als überirdische Wesenheiten darzustellen. Aus solchen Vorstellungen ist kein Nutzen erwachsen, doch umso mehr Schaden, da man Uns als der Erde entfremdet sieht. Wenn Wir indessen vom Überirdischen sprechen, ist dieser Begriff nicht im Sinne einer Entfremdung von der Erde aufzufassen, denn letzten Endes ist alles Leben überirdisch, da es von feinstofflichen Energien genährt wird. Es wird eine Zeit kommen, da die Menschen genötigt werden, sich einer vom Prinzip des Feinstofflichen bestimmten Weltanschauung zuzuwenden. Die vom Menschen selbst verkomplizierte Evolution in eine andere Richtung zu lenken, ist bereits nicht mehr möglich. Doch wird im gegebenen Fall auch solche Evolution letzten Endes einem Nutzen dienen, als Ergebnis einer ungewöhnlichen Art von Tactica adversa. In seiner Technokratie treibt der Mensch sich selbst in eine derartige Sackgasse, dass ihm nichts anderes bleiben wird, als den Freuden der Feinstofflichen Welt aufmerksames Gehör zu schenken. Es lässt sich prophezeien, dass die Menschen sich dann der Verfeinerung des Lebens zuwenden werden, wenn sie erst die Katastrophe hinter sich gelassen haben. Dann wird auch die Zeit einer Annäherung der zwei Welten anbrechen. Schon jetzt gilt eine Verdichtung feinstofflicher Wesen nicht als besonders außergewöhnlich. Verkörperte Menschen trennen bereits ihren feinstofflichen Körper ab. Von beiden Seiten werden die Teile einer Brücke aufgebaut. Und der Blitz kann diese Teile miteinander verbinden. Auf der großen Wacht stehend warten Wir, wann die Brückenteile verbunden werden. Dann wird auch Unsere Arbeit sich ändern, und Wir werden in ferne Welten gehen. Dies bedeutet, dass die erste Aufgabe der Menschheit darin besteht, die Brücke des Tempels zu errichten, woraus sich dann die zweite ergeben wird, nämlich der Verkehr mit den fernen Welten. Was nun erst einige Menschen vorausahnen, wird zu einer gewöhnlichen Bedingung des planetaren Lebens werden. Ist es daher nicht richtig, dass es sich lohnt, die Erde für solche Aufgaben zu bewahren? Doch bisher denkt nur eine Minderheit in diese Richtung. Der Denker ahnte bereits, wie wenige Menschen es sein würden, die zur Errettung des Planeten streben.

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