Bruderschaft II, § 360

Urusvati weiß, wie oft die Menschen versuchen, feinstoffliche Erscheinungen mit groben physischen Ursachen zu erklären. Eine Erscheinung, die eine Vielzahl von Falschauslegungen hervorruft, sind die oft bemerkten Ohrgeräusche, bei denen die Ärzte die Ursache im Blutdruck sehen. Das jedoch wird nur ein rein äußerliches Symptom sein, dessen eigentliche Ursache die Berührung feinstofflicher Einflüsse ist. Es lassen sich hierbei drei Arten von Ohrgeräuschen unterscheiden: eines in der Art dumpfen, unaufhörlichen Rauschens, ein anderes in der Art eines Pulsreflexes, und ein drittes, das als zirpend beschrieben wird. Das letztere ist besonders bezeichnend; es ist einem nicht näher zu beschreibenden beschleunigten Puls ähnlich. Solche Druckverhältnisse weisen auf die Anwesenheit besonderer feinstofflicher Energien hin. Man darf solch ein Geräusch nicht als Absinken der Herztätigkeit oder als Symptom für eine Entzündung erklären. Dies umso weniger, als das Geräusch sich unerwartet und ohne Verbindung zu irgendwelchen physischen Einflüssen bemerkbar macht. Man könnte einen Druck kosmischer Ströme annehmen, genauer wäre es jedoch, an eine Berührung der Feinstofflichen Welt zu denken. Auf diese Weise gelangen wir erneut zu dem Problem der Verbindungen mit der Feinstofflichen Welt. Mögen die Menschen mehr in sich selbst hineinschauen, und das alte Wort von der Selbsterkenntnis wird so erfüllt werden. Nicht nur Ärzte sind in der Lage, viele Erscheinungen zu erklären, sondern auch erfahrene, nachdenkliche Menschen vermögen weise Ratschläge zu geben. Sie haben lange bemerkt, dass inmitten gewöhnlichster Lebensumstände Widerspiegelungen feinstofflicher Energien hervorbrechen können. Ja, sie brechen geradezu wie Explosionen aus den Tiefen der menschlichen Natur hervor, ähnlich wie sich ein Ventil bei entsprechender Berührung öffnet. Desgleichen lässt sich eine besondere Erscheinung bemerken, die als Ideenandrang bezeichnet wird. Ich spreche hier jedoch nicht von der Besessenheit, die ähnliche Symptome aufweisen kann, sondern habe eine Form wiederholter Bestätigungen im Sinn, die besondere Bedeutung besitzt. In der Medizin wird der Ideenandrang für eine gefährliche Erscheinung gehalten. Kann man sich jedoch auf ein solches nicht überzeugendes Urteil verlassen? Angesichts solcher Verurteilung müssten viele der besten Gelehrten und Erfinder zu den Wahnsinnigen gezählt werden. Es ist an der Zeit, die Theorie über den Wahnsinn des Genies zu überdenken. Dann ließen sich eine Menge von angeblichen Schwachköpfen in die Zahl der Gesunden einreihen. Man muss verstehen, dass die Einwirkung feinstofflicher Energien der gesündeste Zustand ist. Wir haben die finstere Besessenheit, die zum Bösen und zu Verbrechen führt, hinreichend verurteilt. Eine wohltuende Einwirkung ist jedoch ein Segen, der der Menschheit hilft, die Stufen der Evolution emporzusteigen. Allein an den Taten werdet ihr erkennen, wo das Gute ist und wo das Böse. Sogar die feine Grenze zwischen beiden werdet ihr erfühlen. So versteht, dass der für die Evolution Tätige von Ideen ganz erfüllt ist. Wer also wird sie dann als aufdringlich bezeichnen? Gerechterweise muss man sie Führende nennen. So verhaltet euch aufmerksam zu allen Erscheinungen der Natur. Der Denker sprach: ‘Ob nun ich der Natur diene oder die Natur mir dient, ich weiß, dass ich alle Erkenntnis zum Gemeinwohl beitragen will.’

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