Urusvati versteht die Bedeutung der für das Handeln unentbehrlichen Ruhe. Es gibt viele Erklärungen für diese Eigenschaft. Die einen nehmen an, dass es ohne Willensanstrengung keine Ruhe geben könne. Andere glauben, in der Ruhe einen angeborenen Charakterzug zu erkennen, und die dritten sagen: Ein schiefer Anfang wird auch ein krummes Ende geben. Das Phänomen der Ruhe ist von der Arbeitsmethode abhängig. All diese Aussagen enthalten einen Teil Wahrheit. Oft vergisst man jedoch gerade das Hauptsächliche, und zwar die Erfahrung. Sogar ein junger, unerfahrener Seemann gerät in innere Unruhe, wenn er das Schiff betritt, doch nach zehn Seefahrten überrascht er die Umgebung durch seine Ruhe. Unsere Handlungen sind voller Ruhe. Wie erfahrene Seefahrer kennen Wir die zahllosen Stürme und die Mittel für den Kampf mit ihnen. Das Chaos und die Finsternis zu überwinden wird die gewöhnlichste Bekundung Unseres Tuns sein. Keine unverhoffte Schlacht, sondern ununterbrochenes Handeln wird der Inhalt jeden Tages sein. Zu Recht nehmt ihr an, dass durch eine längere Linie eine andere verkürzt wird; ein derartiges Vorgehen muss jedoch bewusst mit Ruhe verbunden sein. Diese Ruhe ist keine durch Narkotika ausgelöste Ruhigstellung; im Gegenteil, sie muss besonnene und erfahrene Anwendung zweckdienlicher Kräfte sein. Über Ruhe wurde viel gesagt, oft wird sie wie eisige Starre beschrieben. Welch Irrtum! Ebenso verzerrt worden ist der Begriff des Nirwana. Die Ruhe der Handlung wird höchste Anspannung, sie wird das Leuchten des Blitzes und das schützende Schwert sein. Ruhe ist weder Schlaf noch ein Grabhügel, denn aus ihr wird die schöpferische Idee geboren. So möge man daran denken, dass Unsere Wohnstatt von Ruhe durchdrungen ist. Das Vorhandensein solcher Spannung wird unsichtbar sein, da der Mensch solche Spannung nicht wahrnehmen kann. Ungezählte Versuche beweisen, dass man lächeln, arbeiten und Energie sammeln kann – gerade in solcher Ruhe.