Urusvati erinnert sich vieler Wechsel ihres langen Lebens. Solche Erinnerungen belasten das Bewusstsein nicht, sondern bereichern es nur. Eine rechte Einstellung zu früheren Leben ist sehr selten. Gewöhnlich begeistern sie nicht für die Zukunft, sondern ketten an die Überreste der Vergangenheit. Daher ist es nur selten möglich, den Menschen eine Kenntnis ihrer vergangenen Leben zu gewähren. Vieles lässt sich in das gegenwärtige Bewusstsein nicht übertragen. Die Menschen können es überhaupt nicht verstehen, warum sich berühmte und arbeitsreiche Inkarnationen miteinander abwechseln. Das Trugbild eines Königs oder einer Königin hindern zu erkennen, welche Vervollkommnungen noch nötig sind. Die irdische Denkweise begreift nicht, wie sehr eine Verkörperung voller Arbeit das Bewusstsein über alle Machtinhaber der Welt erhöhen kann. Umso wertvoller ist es, wenn schon im irdischen Zustand ein Verständnis für den geistigen Aufstieg reift. Viele, die von irgendeiner eigenen berühmten Verkörperung erfahren haben, verfallen in Stolz. Noch schlimmer ist es, wenn Menschen sich aus unechten Chroniken ungewöhnliche Charakterzüge herauslesen, sie nachzuahmen beginnen und damit nur ihren Pfad verdunkeln. Alte Geister haben irgendwann auch berühmte Verkörperungen durchlebt. Auf diese Weise entsteht die Fähigkeit, die Massen zu führen, doch unter vielen Eigenschaften wird solche nicht die erste sein. Die Verfolgten lernen mehr als die Verfolger. Alle Bereiche mühsamer Arbeit sind voller Entdeckungen. Prüfsteine sind über alle Wegkreuzungen verteilt. Ich erinnere deshalb daran, weil auch Wir über alle Prüfsteine hinweggeschritten sind. Wir haben den Schmerz vergessen, und Leiden sind in Freude verwandelt worden. Selbst Unsere Peiniger kämpfen irgendwo und steigen durch Arbeit empor. Unsere Gemeinschaft könnte nicht existieren, wenn Wir es Uns einfallen ließen, Unseren Peinigern zu drohen. Der Verlauf des Karmagesetzes ist unanfechtbar. Wir erinnern Uns Unserer Inkarnationen. Wir müssen Uns ihrer nicht Unseretwegen erinnern, sondern wegen aller die uns begegnet sind, derentwegen Wir beschlossen haben, sie nicht zu vergessen. Das Erscheinen des Wanderers mitten auf den irdischen Pfaden bringt sogar ungleichartige Menschen einander näher. Das Erwarten der Fristen, die Freude der Begegnung, die Trauer des Abschieds – kein menschliches Gefühl geht verloren. Wer gemeinsam sich gefreut und getrauert hat, der wird über lange Zeitalter hinweg nicht vergessen. Urusvati erinnert sich vieler Begegnungen. Das durch sie erzeugte Gefühl bleibt über Jahrtausende hin lebendig. Solch ein Gefühlsgedächtnis kann eine Erweiterung des Bewusstseins begründen. Die Feuer des Gefühls entflammen in voller Unanfechtbarkeit. Irdische Worte werden sie nicht zum Ausdruck bringen, das Herz jedoch wird ebenso schlagen wie Jahrtausende zuvor. Auch heute wird, ganz genauso wie ehemals in der Wüste, der Regenbogen über Christus leuchten. Ebenso lebt die Freude über Hellas. So geht auch der nordische Held nahe vorbei. Gleichfalls gibt es viele Begegnungen sowohl in der Feinstofflichen Welt wie auch in dem Land, wo Wir gerade jetzt sprechen. Inmitten des inneren Lebens der Bruderschaft darf man dieses lebendige Gefühl nicht vergessen. Die Gemeinschaft des Wissens kann ohne das Gefühl nicht leben. Ein Gedanke des Wissens wird auch ein Gedanke des höchsten Gefühls sein. Ohne dieses wird es weder Märtyrer und Helden geben, noch Sieger. Wir besitzen sowohl künstlerische Darstellungen als auch Terafime, die einer Verstärkung der Hilfe dienlich sind.