Bruderschaft II, § 355

Urusvati weiß, dass einige Menschen plötzlich beginnen, Radiowellen direkt aufzunehmen, durch grobstoffliche Körper hindurchzusehen, unterirdische Erze zu erkennen und verschiedene psychische Besonderheiten aufzeigen. Über solche scheinbare Plötzlichkeit muss gesprochen werden. Nichts kann ohne Ursache sein, auch nicht die von Uns erwähnte augenblickliche Erleuchtung. Solch ein Ausdruck muss innerhalb irdischer Verhältnismäßigkeit verstanden werden. Die Erleuchtung kann plötzlich erfahren werden, doch wurde sie durch einen langen Prozess von Bewusstseinsvertiefung vorbereitet. Solche Vertiefung hat mit den ersten Lebensjahren begonnen, genauer: wurde aus der Feinstofflichen Welt mitgebracht. Die Menschen bezeichnen psychische Besonderheiten als höhere Gaben, doch wurden diese Keime vom Menschen selbst inmitten aller möglichen Erschütterungen erarbeitet. Gewöhnlich erkennt der Betreffende solche Samenkörner nicht, die aber schon bereit sind, beim ersten Lichtstrahl aufzukeimen. Doch niemand weist den Arbeiter auf die von ihm erarbeiteten Möglichkeiten hin. Ein angefüllter Kelch fließt beim kleinsten Anstoß über, genauso offenbaren sich psychische Erscheinungen bei scheinbar zufälligen Anlässen. Ein Mensch erträgt eine Menge Spott und Zweifel, bevor er sich entschließt, seine Fähigkeiten unerschütterlich und offen zu bekennen. Das für Spießbürger Schwierigste und Unverständlichste ist jedoch die Teilhabe des Menschen an kosmischen Erscheinungen. Bei solchen Prozessen leidet das Herz sehr, doch welcher irdische Arzt versteht denn die Ursache solcher gefährlichen Anspannungen? Überhaupt bemerken die Ärzte keinerlei frühe Anzeichen von Leiden. Sie vermuten eher Simulation, als eine Ursache durch kosmische Einwirkungen anzuerkennen. Der Denker erkannte bereits vor langem diesen Weltschmerz.

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