Bruderschaft II, § 349

Urusvati weiß, wie beharrlich Wir auf harmonischer Einigkeit bestehen. Wir sprechen oft über Einigkeit, doch nun bringen Wir eine nähere Bestimmung dieser Eigenschaft ein. Allein harmonische Einigkeit schafft eine verstärkte Wirkung. Natürlich vermehrt jede Art von Einigkeit die Energie. Sogar Einigkeit im Bösen kann überaus bemerkenswert sein, nicht aber harmonisch, da das Böse in seinem Grund bereits disharmonisch ist. Solche Einigkeit ist daher nicht von Dauer, und Aufstand ist ihre Folge. Harmonie jedoch ist das Gute, und sie allein kann bedeutsame Folgen zeitigen. Wenn Wir daher von Harmonie sprechen, bestätigen Wir gleichzeitig das Gute. Jede Eigenschaft hat viele Facetten, die man unmöglich alle auf einmal lehren kann – sie würden gar nicht aufgenommen. So haben Wir auch die Einigkeit anfangs in ihrem allgemeinen Sinn gezeigt, wonach es notwendig wurde, die Bedingungen aufzuzeigen, unter denen sie wirksam wird. Ob irgendwelche Beschwörungsformeln und Körperübungen existieren, die Harmonie verstärken könnten? Natürlich, es gibt viele solcher Hilfsmittel, die jedoch letzten Endes dem Haschisch gleichen, das nur eine scheinbare Harmonie vortäuscht. Solche Errungenschaften sind für die Feinstoffliche Welt nicht brauchbar. Indessen streben wir gerade um des zukünftigen Zustandes willen zur Vervollkommnung. So kann man nur raten, zur natürlichsten Form der Vervollkommnung zu eilen – darin besteht die neue Botschaft. Die Menschen lehnen etwas entweder rundweg ab oder versenken sich in künstliche, mechanische Methoden, kümmern sich aber am allerwenigsten um eine natürliche Vervollkommnung des Bewusstseins. Eine solche Vervollkommnung ist jedoch eine wahre Schatzkammer für den Aufstieg in die Feinstoffliche Welt. Dort nämlich können die Bewohner nicht zu künstlichen Erscheinungen Zuflucht nehmen, sondern müssen sich mit dem Grundgesetz der Natur vertraut machen. Wir regen mit Nachdruck an, dass die Menschen sämtliche Maßnahmen zur Vervollkommnung ergreifen, und zwar in Form der Arbeit und des Denkens. Die daraus resultierenden vortrefflichen Aufspeicherungen verdunsten in der Höheren Welt nicht, sondern bilden eine Verbindung zu weitester Erkenntnis. So legen wir die Grundlage zur Harmonie. Der Denker wies darauf hin, dass nicht Sichtbarkeit, sondern die Macht des Denkens das heilige Tor öffnet.

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