Urusvati weiß, dass das menschliche Leben von einer Vielzahl feinster Gefühle und Einwirkungen erfüllt ist. Seelische Unausgeglichenheit, diese entsetzliche Plage, verhindert ein Verstehen dieser herrlichen Gaben. Nach Millionen von Jahren versteht die Menschheit immer noch nicht, wie Harmonie zu erreichen ist. Was sehen wir inmitten des Jahrhunderts, das sich seiner Entdeckungen rühmt? Entweder verneinen die Menschen rundweg alles jenseits irdischer Grenzen, oder sie fallen in verhängnisvolle Störungen des Gleichgewichts. Solche Menschen vergessen ihre unmittelbare Pflicht gegenüber der Erde und beginnen, im Nebel abstrakter Überlegungen umherzuirren. Wenn es sich gar findet, dass ein Mensch Harmonie erreicht hat, beginnt man, ihn besonders zu hassen. Lasst uns solche Bosheit nicht allein den Kräften der Finsternis zuschreiben; jene, die man als ehrenwerte Bürger bezeichnet, sind in der Lage, alles Harmonische zu hassen. Sie ertragen es nicht, wenn sie eine Vereinigung irdischer und überirdischer Prinzipien sehen. Die Finsternis besitzt in den unausgeglichenen Menschen zuverlässige Mitarbeiter. Wenn ihr die Verfolgung eines nützlichen Unternehmens seht, blickt in die Gesichter der Verfolger, und es wird klar werden, dass solche Vertreiber jede Erscheinung von Harmonie aus sich selbst vertrieben haben. Studiert solche Charaktere, sie ergeben anschauliche Beispiele unvollkommenen Denkens. Man muss die verschiedenen Zweibeinertypen erforschen. Ohne Beobachtung werdet ihr nicht in der Lage sein, ihren Winkelzügen zu widerstehen. Während des Studiums werdet ihr erkennen, wo man noch mahnen kann und wo es bereits erforderlich ist, die Haut zu wechseln. Ja, ja, ja, gerade die Harmonie wird selten als Verantwortung verstanden. Genauso falsch aufgefasst wird das Nirwana. Gerade dort, wo höchste Anspannung erforderlich ist, wünschen die Menschen, Untätigkeit zu sehen. Gleichgewicht setzt auch gleichseitige Anspannung voraus, da die Waagschalen gleichermaßen belastbar sind. Beide Schalen, die irdische wie die überirdische, werden nicht leer bleiben. Aus Unwissenheit wünscht der Mensch, sich auf eine Schale zu beschränken, und dadurch bleibt die Menschheit zurück. Auf nur einem Bein kann man jedoch nicht weit hinken, und Krückstock und Prothese können nicht in die Feinstoffliche Welt mitgenommen werden. Ich spreche im Scherzton, da mitunter ein Scherz sich besser einprägt. Der Denker sprach zu einseitig entwickelten Gesprächspartnern: ‘Warum verzichtet ihr auf das andere Bein? Auf solche Weise wird es schwer sein, nach Hause zu kommen.’