Bruderschaft II, § 330

Urusvati weiß, dass in der Feinstofflichen Welt viel Hilfe und Barmherzigkeit offenbart wird. Sogar dorthin, wo Rache und Hass lodern, lenkt der Führer ein übergroßes Maß an Hilfe und Ermahnungen. Natürlich widersetzt sich der freie Wille oft und zieht es vor, sich schweren Erfahrungen und Prüfungen zu unterziehen. Nehmt es nicht als einen Widerspruch, wenn Ich sage, dass jeder, der sich zur Verkörperung begibt, vorher eine Erleuchtung erfährt. Niemand wird von der Barmherzigkeit übergangen, und von jedem selbst hängt es ab, wie er dieses Wohl gebraucht. Ihr wisst sogar aus dem irdischen Alltagsleben, wie der nützlichste Rat abgelehnt wird. In der Feinstofflichen Welt beobachten Wir genau das gleiche, nämlich wie man die Erleuchtung entstellt. Die erneut von der Erde Zurückkehrenden bringen viele Überreste des dortigen Lebens mit herüber. Schlechte Einflüsse sind nicht allein auf der Erde stark. In diesem Zusammenhang können nicht ausgelebte Leidenschaften weniger schädlich sein als Vorurteile. Leidenschaften können die Bewegung unterstützen, von Unwissenheit bestimmte Vorurteile jedoch bilden einen Herd der Zersetzung. Aus dem Gesagten darf man nicht ableiten, dass Wir die Leidenschaften gutheißen würden; Wir weisen nur darauf hin, dass in der Bewegung der Keim fortschrittlicher Entwicklung enthalten sein kann, Unwissenheit aber bereits hoffnungslos ist. Unter Unwissenheit verstehe Ich bewussten Widerstand gegen Wissen, und solcher existiert auf der Erde wie in der Feinstofflichen Welt. Dort gibt es auch solche Ausgeburten, die behaupten, dass Wissen die Ursache der menschlichen Nöte sei. Ich wünsche, dass die Mitarbeiter sich die verschiedenen Schichten der Feinstofflichen Welt vor Augen halten. Man kann sich die Feinstoffliche Welt nicht schlimmer denn als Ort verschönten Wohllebens vorstellen! Die Erde stöhnt unter Mord, Gewalt und Lüge. Die Folgen der Verirrungen erfüllen auch die Feinstoffliche Welt. Wir sind nicht erstaunt, wenn die Menschen nicht einmal den besten Rat annehmen. Dies bedeutet, dass der Boden noch nicht bereitet ist. Sagt den Freunden ebenfalls, dass sie sich im irdischen Leben noch nicht darauf festlegen mögen, was sie in der zukünftigen Verkörperung zu sein wünschen. Der Grund liegt darin, dass die Feinstoffliche Welt derartige Möglichkeiten gewährt, dass irdische Begrenzungen und Maßstäbe sie nur schmälern können. Möge das irdische Leben Ausdruck bester Aufspeicherungen sein. Nicht selten beginnen die Menschen, über ihre zukünftige Verkörperung nachzudenken, nützlicher ist es jedoch, einen diesbezüglichen Entschluss auf die Feinstoffliche Welt zu verlegen. Es kann nämlich geschehen, dass man nicht zur Erde zurückkehrt oder während einer längeren Frist für einen besonderen Auftrag in der Feinstofflichen Welt arbeitet. Solch ein Auftrag schafft größere Nähe zu der Arbeit der Bruderschaft. Ihr erinnert euch an den Arzt U., der sich während einer überaus langen Frist in der Feinstofflichen Welt aufhielt und der Menschheit große Hilfe erwies. Doch dieser Auftrag war ihm erst in der Feinstofflichen Welt klar geworden. Solch ein Auftrag steht in keinerlei Beziehung zu Faulpelzen, die neuen Prüfungen entgehen wollen und die nur durch die unausweichliche Frist auf die Erde zurückkehren. Man muss verstehen, dass die Fristen für alle existieren, doch die einen begrüßen sie, andere hingegen verdammen sie. Viele möchten rechtzeitig zur Frist zurückkehren, doch andere bemühen sich eifrig, dem zu entrinnen, wenigstens für eine kurze Zeit, für die sie sich sogar eine neue Arbeit in der Feinstofflichen Welt erfinden. Es lassen sich viele verschiedene Fälle nennen, doch jetzt sollen jene Aufträge hervorgehoben werden, die näher zur Bruderschaft führen. Bei solch einer Arbeit ist es möglich, auch ohne Verkörperung erfolgreich voranzuschreiten. Der Denker lehrte: ‘Unter allen Bedingungen können wir nützlich sein, und solche Bereitschaft ist bereits ein Sieg.’

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