Bruderschaft II, § 321

Urusvati weiß, dass in jedem großen Wunschtraum ein Teil von Ausführbarkeit liegt. Einer der am wenigsten erfüllbaren Wunschträume scheint derjenige vom Weltfrieden zu sein. Nichtsdestoweniger setzt die Menschheit ihre Bitten um den Weltfrieden fort, doch auch in diesem Gebet wird ein Teilchen zu finden sein, das man im irdischen Leben anwenden kann. Der Mensch besitzt die Gabe der Verbindung mit Gleichgesinnten. Er lernt, dass ein Leben in Feindschaft letzten Endes unmöglich ist. Er erkennt, dass eine Familie in Zwietracht aufhört zu existieren, und das gleiche lässt sich auch von ganzen Ländern sagen, die ohne ständige Vervollkommnung dem Niedergang geweiht sind. Auch wenn man im jetzigen Jahrhundert unmöglich von Frieden sprechen kann, werden wir es nicht ausschließen, dass in der zukünftigen Epoche bereits ein Umschwung zu einem vernunftbegründeten Verständnis des Daseins erfolgen wird. Mögen die Menschen daher den Weltfrieden erörtern, auch wenn dies noch in abstrakter Weise geschieht. Mögen inmitten der dunklen Wolken des Hasses, Worte der Zukunft gewidmet werden. Wir können das jedoch nicht von erstarrten Versammlungen erwarten; mögen die besten Wunschträume von der jungen Generation artikuliert werden. Mögen sie in der Verteidigung die Lebensgrundlagen legen. Man darf die höchsten Wunschträume nicht stören. Ein weiterer, scheinbar unausführbarer Wunschtraum der Menschheit ist die ausreichende allgemeine Bildung, aber in den verschiedenen Teilen der Erde gibt es viele Analphabeten. In der ganzen Welt herrschen immer noch Sklaverei und Barbarei – kann man da von allgemeiner Bildung träumen? Doch Wir sagen: Man kann nicht nur, man muss. Es ist unerlässlich, den Raum mit den Rufen und Befehlen nach Bildung zu erfüllen. Man darf das Analphabetentum nicht als Hindernis ansehen, es zeigt nur die Dringlichkeit der Bildung. Es ist nicht wichtig, ob Schulen existieren, doch wenn die Menschheit die Schande der Sklaverei noch nicht überwunden hat, bedeutet dies, dass die Bildung bisher unzureichend war. Vermeintliche Weise des Alltags raten dazu, jene nicht zu beachten, die Grausamkeiten verüben, was heißt, dass diese Weisen nur Leichname sind. Man erzählt euch viel über die glänzenden Errungenschaften der Aufklärung, doch trotzdem existiert die Sklaverei nach wie vor. Nicht genug dessen wird sie auch noch mit den scheinheiligsten Lügen verbrämt, und solche Bemäntelungen sind besonders schändlich. Statt allgemeiner Entrüstung hört man Rechtfertigungen der Schande. So lassen sich viele Wunschträume aufzählen, die in die Wirklichkeit umgesetzt werden müssen. Der Denker lehrte: ‘Besonders hütet euch vor Menschen, die schuldvolle Taten zu rechtfertigen suchen – solche Personen werden Feinde der Menschheit sein.’

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