Bruderschaft II, § 318

Urusvati weiß, dass es den Menschen besonders schwerfällt, die Blitzesschnelle psychischer Vorgänge zu verstehen. Sie nehmen an, dass das irdische Denken den Einwirkungen der Zeit unterworfen sein müsse. Sie stellen sich nicht vor, dass der Gedanke augenblicklich sein und eine blitzartige, feurige Entscheidung hervorbringen kann. Der Mensch sagt ‘ich denke’, doch er dachte schon lange. Feurig lebt in ihm bereits die Entscheidung, und unter dem Einfluss des Gedankens fällt er eine Verstandesentscheidung. Es ist lehrreich, den Kampf des Verstandes mit einer feurigen Entscheidung zu beobachten. Oftmals verdirbt der Verstand eine feurige Entscheidung, und dennoch bleibt ihr eigentlicher Kern unbeeinflusst. Dieser verbirgt sich in der Tiefe des Bewusstseins und bringt sich wiederholt in Erinnerung. Es ist schade, dass der Mensch derart starrköpfig die unterschiedlichen Schichten des Denkens, die in ihm vorhanden sind, nicht erkennen will. Die klare Erkenntnis würde ihn dazu führen, sich den Keimen des Denkens gegenüber behutsam zu verhalten. Wir wiederholen es gegenüber den Menschen oftmals: Der Gedanke ist ein Blitz. Doch selten wird die Bedeutung dieser Bestätigung verstanden. Die Menschen sagen: So muss man die Schnelligkeit des Denkens verstehen. Doch Wir haben nicht die Geschwindigkeit der Überlegung im Blick, sondern die Blitzartigkeit der psychischen Energie. Sie kann in den Verbindungen mit Uns hilfreich sein, doch muss man sie nicht als etwas Okkultes, sondern als natürliche Äußerung des Seins auffassen. Von dieser Natürlichkeit versuchen Wir, den Menschen zu erzählen, doch sie lieben es nicht, wenn sogar große Wirkungen aus natürlichen Ursachen entstehen. Der Denker sprach: ‘Es kann in der Natur nichts Unnatürliches geben.’

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