Urusvati weiß, dass Wir nicht zu äußeren Ritualen rufen. Es lässt sich nicht leugnen, dass eine vereinigte Menge eine starke Ausstrahlung zu schaffen vermag. Sie ist jedoch nur bei wahrer Bestrebung möglich. Trifft man solche Bestrebung oft und in entsprechendem Maße an? Einst konnte man sich dreihundert Marathonhelden vorstellen, doch inzwischen hat sich alles mehr in Richtung von Millionen verändert, und man kann unmöglich Einigkeit der Bewegungen erwarten, weshalb man die Aufmerksamkeit auf den inneren Zustand verlagern muss. Die Menschen können, jeder einzeln, konsequent ethisch handeln und dadurch eine sehr starke Ausstrahlung erreichen. Mögen sie sich nicht mit Zeremonien belasten, sondern verstehen, dass die innere Bestrebung ihnen eine genügend starke Vervollkommnung verleiht. Mögen sie sich an die Gedankenübertragung auf Entfernung gewöhnen. Mögen sie die Züge des verehrten Antlitzes vor sich sehen. Für eine solche Begeisterung braucht es keine überflüssigen Zeremonien. Jeder vermag in Herzensreinheit mit dem Lehrer Zwiesprache zu halten. Auf diese Weise kann die Welt mit guten Wünschen erfüllt werden, und die Menschen werden nicht einsam sein, da das eigentliche Ziel des Guten jedes suchende Herz mit den anderen vereint. Es ist nicht nötig, neue Zeremonien festzulegen, da unter den bestehenden ohnehin schon viele ihre Bedeutung verloren haben. Die Empfindung eines höheren Aufstiegs tritt unvermittelt ein, und es ist dann sogar unmöglich, die Entstehung solchen Entzückens mit Worten zu beschreiben. Es ist auch gar nicht erforderlich, eine Empfindung mit Worten zu beschreiben, die allein das Herz kennt. Gebt euch nicht äußeren Zeremonien hin, wenn die Flamme des Herzens hell lodert. Der Denker ging davon aus, dass jeder Mensch in sich die Gabe der Verbindung mit dem Höchsten habe.