Urusvati weiß, was Wir als Leben bezeichnen. Wir sagen: Das Leben dient der Evolution. Vielleicht wird jemand meinen, dass es einfacher wäre zu sagen: Leben ist Evolution. Wir heben jedoch das Wort „Dienen” hervor. Natürlich befindet sich alles in einem Evolutionsprozess, doch zeigt diese Tatsache noch nicht die Fülle des Lebens auf. Sie ergibt sich erst bei voller und klarer Erkenntnis des Dienens in all seiner Freiwilligkeit. Ich betone die Freiwilligkeit des Dienens als unerlässliche Eigenschaft für die Richtigkeit des Weges. Die Menschen lieben den Begriff „Dienen” ganz und gar nicht. Sie träumen von der Zeit außerhalb des Dienens. Wenn man ihnen sagt, dass das ganze Leben ununterbrochenes Dienen ist, so werden sie weglaufen wie vor einem Schreckgespenst. Sie wollen aber ständig von Uns hören, von Unserer Arbeit und Freude. So werden sie sagen: Was kann das für ein ununterbrochenes Dienen sein, wenn in der Bruderschaft Gesang zu hören ist? Der Mensch kann nicht verstehen, dass Gesang kein Zeitvertreib, sondern harmonisierend ist. Es ist schwer, den Menschen ein Verständnis dafür zu vermitteln, dass Kunst der am höchsten verfeinernde Beitrag zur Evolution ist. Sie wollen nicht verstehen, dass die Annahme Unseres Hinweises, ein Handwerk zu erlernen, die schnellste Annäherung zum Dienen bedeutet. Wer freiwillig ein Handwerk übt, wird überaus leicht dem ständigen Dienen als fortwährende Vervollkommnung zustimmen. Wer in diesem Sinne ein Handwerk übt und Meisterschaft erwirbt, bedarf keiner Stundeneinteilung, die seine Arbeit begrenzt. Unser Leben ist freiwilliges Handwerk, das nicht nach Stunden begrenzt ist. Auch auf der Erde kann man die Zeit nahezu vergessen, wenn das Dienen freudig erfolgt. Ich betone, dass man zu solchem Dienen in jedem beliebigen Zustand bereit sein und damit beginnen soll. Der Mensch ist fähig, das Leben als etwas Wichtiges und Verantwortungsvolles zu erkennen, dafür muss man kein Weiser sein. Es lassen sich Beispiele dafür anführen, dass einfache Bauern dem Verstehen des Dienens nahe waren. Als man das Verständnis des Dienens verlor, wandelte sich das irdische Dasein in Sklaverei und Wahnsinn. Aber die Fristen nahen, wann die Menschen gezwungenermaßen beginnen werden, den Sinn des Lebens zu suchen. Zuerst werden sie in wissenschaftlicher Auslegung von der Evolution sprechen, dann aber erkennen, dass ihre eigene Beziehung zum Leben sich im Dienen ausdrücken muss. Der große Denker lehrte, die Erfüllung aller Lebensaufgaben ist Dienen.