Urusvati weiß, wie eigentümlich die karmischen Bewegungen ganzer Länder einander berühren. Man kann sich vorstellen, wie die verschiedenen Karmaformen miteinander verschmelzen: persönliches, Familien- und Volkskarma. Ihr habt Länder gesehen, die geradezu einen Fluch trugen. Die Geschichte solcher Länder kann eine gewisse Enträtselung vermitteln, doch kann es Ursachen geben, die nicht in die Geschichtsschreibung eingegangen sind. Man wird fragen, ob es etwa Ungerechtigkeiten in Bezug auf einen einzigen Menschen geben könne, die sich aber auf das ganze Land auszuwirken vermögen. Dies ist möglich, und zwar umso eher, als viele sich wiederholt in einem einzigen Volk verkörpern. Alle solchen Umstände vergrößern die Verantwortung der Menschheit. Körperliche Besonderheiten können auf viele Generationen übertragen werden, was umso trauriger ist, als die Menschen nicht daran denken, dass sämtliche karmischen Vorzeichen übertragen werden können. Urusvati geht Recht in der Annahme, dass es besser sei, sich in verschiedenen Völkern zu verkörpern. Eine solche Überlegung muss der Mensch sich jedoch richtig zu eigen machen, da er anderenfalls in der Feinstofflichen Welt dazu neigt, sich inmitten der neuen Landsleute abzusondern und sich dadurch neuer Erfahrungen beraubt. In der Feinstofflichen Welt verständigt man sich auf gedanklichem Wege und bedarf keiner verschiedenen Sprachen. Es ist eine wunderschöne Möglichkeit, in seiner eigenen Sprache zu denken und gleichzeitig von Bewohnern anderer Länder verstanden zu werden. Es besteht keine Notwendigkeit, anderen Gedanken zu suggerieren, im Gegenteil, je natürlicher der Gedankenfluss vonstattengeht, desto leichter wird er von anderen aufgenommen. Solch eine Möglichkeit ist zwar überirdischer Natur, muss aber auf der Erde erkannt werden, da anderenfalls ihre Anwendung erschwert ist. Im Schlaf ist die mit den irdischen Strömen gesättigte psychische Energie tätig, doch in der Feinstofflichen Welt kann sich ein Bruch im Bewusstsein ergeben, weshalb es nützlich ist, bestimmte Bewusstseinsinhalte vorher richtig zu festigen. Ich spreche nicht von jenen, die in vollem Bewusstsein in die Feinstoffliche Welt hinübertreten, sondern über die Mehrheit, die in Schlaf fällt und für die Zeit dieses Zustandes die Erinnerung in Bezug auf vieles einbüßt. Die in der Feinstofflichen Welt angehäuften Erfahrungen erscheinen dann im Kelch geradezu tief eingeprägt, und nicht selten ist ein von außen kommender Einfluss erforderlich, um diese Eindrücke zu heben. Besonders wichtig ist: Um das Bewusstsein nicht einzubüßen, muss man sich bereits zu irdischen Lebzeiten immer wieder einfach daran erinnern, das Bewusstsein beim Übergang wahren zu wollen. Denn dies ist jener Schatz, den wir mit uns nehmen. Gewöhnlich sehen Wir die Schlafenden in der Feinstofflichen Welt nicht, da sie im allgemeinen von einem undurchdringlichen Fluidum umgeben sind. Man kann sie im Moment des Erwachens sehen, doch der Schlaf darf nicht vorzeitig abgebrochen werden. Der Denker sorgte sich um die Wahrung des Bewusstseins. Einer inneren Führung gemäß wiederholte Er oft: ‘Ich werde das Bewusstsein nicht verlieren.’ Gerade im Überirdischen ist Bewusstsein notwendig. Die irdische Form des Bewusstseins verlässt uns, doch wandelt es sich in geistiges Wissen. Und dennoch, je klarer das irdische Bewusstsein ist, desto schneller erwacht auch das geistige Wissen. Auf der Erde fühlen wir das Gesetz von Karma nur ansatzweise, und erst das geistige Wissen erlaubt uns, die Gesamtheit der karmischen Bewegungen zu verstehen. Ihr fragt, warum die Erkenntnis der höheren Gesetze nicht auch in der Feinstofflichen Welt gelehrt wird. Sind es denn viele, die schon in irdischen Schulen nach Erkenntnis streben? Der Denker liebte den Sinnspruch des Hermes: ‘Wie oben, so unten.’