Urusvati weiß, was es bedeutet, mit den Augen des Herzens zu sehen. Jeder Gegenstand wird von den Menschen ihrer inneren Verfassung gemäß gesehen. Sie wollen die einfache Wahrheit nicht annehmen, dass Maja in ihrem Bewusstsein entsteht, doch muss man versuchen, sie aus den Fangnetzen der Selbsttäuschung zu befreien. Neben den äußeren Wahrnehmungen vermag der Mensch die Funken der Wirklichkeit in den Dingen zu finden. Er kann den Täuschungen der Maja die in seinem Herzen lebende Erkenntnis entgegenstellen. Man könnte Bedenken vortragen: Wird dies nicht eine zweite Maja mit genau derselben trügerischen Geistesverfassung sein? Erinnern wir uns jedoch daran, dass im feinstofflichen Zustand das Erkenntnisvermögen sich in bedeutendem Maße wandelt und in der Feurigen Welt die Wirklichkeit bereits offenbar ist, was bedeutet, dass der Mensch durch den physischen Körper hindurch das Aufleuchten der Wahrheit hervorrufen kann. Mag die Maja für die große Mehrheit auch noch unüberwindlich bleiben, da sie gar nicht erst über ihre Zerstreuung nachdenken, doch einige Wahrheitssucher können im irdischen Zustand bereits zum wirklichen Leben der Dinge vordringen. Zunächst werden sie vor allem ihre vorübergehenden Stimmungen erkennen. Sie werden die Sonne weder als fröhlich noch als traurig sehen, sondern wissen, dass es ihr inneres Gefühl ist, das sogar das große Leuchtgestirn zu färben vermag. Wer sich vervollkommnen will, muss die im physischen Dasein vorhandenen Stimmungen überwinden. Wenn der Mensch an diese Aufgabe denkt, wird er bereits viele Irrtümer vermeiden. Er wird sich der Äußerung unrechter Urteile enthalten und verstehen, dass das innere Gefühl ein gerechtes sein muss. Glauben wir nicht, dies sei eine übermenschliche Aufgabe. Sie gehört im Gegenteil zu den Aufgaben des Alltags, und für die Zusammenarbeit mit Uns ist es notwendig zu lernen, mit den Augen des Herzens zu sehen. Der Denker sprach: ‘Ich danke den Göttern, dass ich nicht erblinde, denn solange das Herz schlägt, wird es sehend sein.’