Bruderschaft II, § 294

Urusvati weiß, wie dauerhaft menschliche Gedanken sich auf verschiedene Gegenstände aufschichten. Wahrlich, der Mensch schafft gute und böse Dinge und Plätze. Viele Regenten zogen es vor, an neuen Orten zu leben, um früheren Aufschichtungen aus dem Wege zu gehen. Einige von ihnen kannten diese Wahrheit, andere jedoch zogen es aus einem unerklärlichen Gefühl vor, an einem neuen, unbefleckten Platz zu leben. Es wird eine Zeit kommen, da die Menschen die chemischen Erscheinungen solcher Aufschichtungen auf wissenschaftlichem Wege erkennen werden. Man wird weder von Magie noch von Beschwörungen sprechen, sondern verstehen, dass sich der Mensch in jedem Augenblick als eine Art Beschwörer betätigt. Dem Menschen ist unbegrenzte Kraft verliehen, wenn er Hieroglyphen des Guten und des Bösen zu schaffen vermag. Halten wir solche Menschen nicht für Magier, sondern verstehen wir, dass sich das Weben des Guten und des Bösen in jeder Stunde fortsetzt. Ermutigen wir die guten Weber und bedauern die bösen. Die letzteren werden selbst irgendwann einmal die von ihnen selbst geschaffene düstere Schicht bedauern. Lasst uns nicht glauben, dass solche Hinweise bereits allen bekannt seien. Im Gegenteil, die Mehrheit der Menschen weiß überhaupt nichts davon, und sogar Wissende vergessen sie oft. Es ist nicht leicht, düstere Aufschichtungen zu beseitigen. Zudem muss man berücksichtigen, dass jeder Gegenstand schon von sich aus Emanationen abgibt und seine eigenen Bazillen züchtet. Die Menschen verstehen durchaus, dass Gegenstände leicht infiziert oder todbringend vergiftet werden können, vermögen sich aber nicht vorzustellen, dass ein Gegenstand mit ihren eigenen Gedanken gesättigt werden kann. Es ist richtig, dass die Menschen eine sehr niedrige Meinung von der Bedeutung ihrer eigenen Gedanken haben. Genausowenig denkt man daran, dass man, von vergifteten Gegenständen umgeben, eine Verbindung mit den Höheren Welten verhindert. Für Uns ist es sehr schwer, in einer vergifteten Atmosphäre zu leben. Wir wünschen, dass die Ärzte auch in dieser Beziehung echte hygienische Verhältnisse herstellen. Der Denker schlug bisweilen den Eintreffenden vor, sich die Hände zu waschen, da das Denken Ungutes habe aufschichten können.

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