Bruderschaft II, § 27

Urusvati hat die Legende über den Aufbau des Tempels durch die Djin gehört. Jede Legende enthält einen Teil Wahrheit. Ebenso der Wahrheit entsprechend sind historische Angaben über jede Art von Verrat, der die Errichtung eines Tempels begleitet. Es wurde gesagt, dass Verrat wie der Schatten eines Bauwerkes ist. Am Schatten erkennt man die Höhe eines Gebäudes. Wir sind durch alle Arten des Verrats geprüft. Man hat Uns mit jeglicher Hinterlist versucht. Es ist gesagt: Um die Liebe zur Menschheit zu erhöhen, muss man ihre Abgründe durchschreiten. Wer aber wird in sich genügend Geduld finden, um in sämtliche Abgründe zu blicken und dabei die Zuversicht in den Aufstieg der Menschheit nicht zu verlieren? Unsere Gemeinschaft erscheint als ein Bollwerk solcher Geduld. Und wer bei Uns war, wer von Uns gehört hat, wer in seinem Herzen Unsere Berührung erfahren hat, der besitzt bereits die Rüstung der Geduld. Wir schätzen diese Eigenschaft als Erfordernis für die Unbegrenztheit. Die Menschen müssen in sich eine Vorstellung von der Unbegrenztheit finden, sonst werden auch Unsere Türme unzugänglich bleiben. Der Mensch muss sich in der Zeit von Leid und Elend Uns zuwenden. Ohne es selbst zu wissen, erfährt der Mensch Unsere Fürsorge, wenn sein Herz nicht versteinert ist. Sogar sehr Unerfahrene werden zum Aufbau zugelassen werden, wenn sie den Mut eines Löwen und die Anerkennung der Hierarchie bewahren. Mögen diese Arbeiter überzeugt sein, dass von ihrem Arbeitstisch aus ein unsichtbarer Faden zu Uns gespannt ist. Mögen solche Mitarbeiter ihre Kraft aus dem Bewusstsein des Vorhandenseins der Bruderschaft schöpfen. Unsichtbar werden Wir ihnen helfen. Wir werden die ihnen notwendigen Bücher heraussuchen. Wir werden ihre Gedanken mit den Hoffnungen der fernen Welten vereinen. Wir werden ihr Vertrauen festigen. Wir werden in ihnen das liebende Herz finden. Mögen nur alle Schlangen und Skorpione verbannt werden! Auf diese Weise macht ihr euch mit einer wichtigen Seite Unseres Lebens vertraut. Ihr könnt euch vorstellen, wie erfreut Wir über jeden arbeitsamen Menschen sind, der des Vertrauens würdig ist. Solche bestrebten Geister ängstigen sich nicht, erst Prüfungen abzulegen. Allein Hinterlistige fürchten, dass der Strahl des Lichts in die gewundenen Tiefen ihres Inneren eindringen könnte. Geöffnete Herzen bilden einen herrlichen Halsschmuck für die Höheren Welten. Ein Lehrer vernachlässigt seine Pflichten nicht. Sein ganzer Tagesablauf wird durch Pflichterfüllung bestimmt. Wem diese Worte schrecklich erscheinen, der möge nicht an die Bruderschaft denken.

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