Urusvati weiß, wie sehr jede Erkenntnis auf die Wut der Unwissenheit trifft. Wahrlich, wo mehr Licht ist, dort ist auch die Finsternis dichter. Doch sollte man nicht meinen, dass die Gegenwirkung Illusion sei, im Gegenteil, die Wut der Finsternis wächst in Progression, und die Finsternis ist um Mittel nicht verlegen. Oft lässt sich beobachten, dass ein einzelnes Mitglied einer Familie nach geistiger Bildung strebt und auf den besonderen Hohn aller übrigen trifft. In solch einer Situation ist es für den einen nötig, allen Mut gegen die groben Überfälle aller anderen zu sammeln. Nur selten zeigt sich, dass die Mehrheit einer Familie zum Licht strebt und in gemeinsamer Anstrengung der Finsternis zu widerstehen vermag. Natürlich verhilft der Widerstand gegen die Finsternis der Vervollkommnung der Kräfte, dennoch bilden die familiären Beziehungen ein grundsätzliches Problem in einem solchen Fall. Es ist richtig, dass Eile in der Entscheidung über familiäre Verhältnisse zu missbilligen ist. Es kann nicht mehr Elend geben, als wenn Finsternis in einer Familie herrscht. Daraus erwächst auch das Elend künftiger Generationen. Wir sind über familiäre Nichtübereinstimmung traurig, denn sie beraubt die besten Kämpfer ihrer Kräfte. Man muss darüber nachdenken, wieviel Streben dadurch schon im Keim erstickt wird. Wieviel Beschimpfung und übles Gerede ergießt sich dort, wo ein Herd des Guten begründet werden könnte! Und wieviel kostbare psychische Energie geht verloren! Die Menschen schätzen diese Möglichkeiten nicht, sie verschütten sie wie Brösel aus einer zerbrochenen Tüte. Man muss überall, wo es nur möglich ist, das Familienprinzip unterstützen. Wir beobachten die sehr schwierigen Verhältnisse und helfen durch entsprechende Einflussnahme. Doch mitunter ist die Zwietracht so tiefgehend, dass die Einflussnahme einer Gesundung sogar hinderlich sein kann, da sich der Organismus einer entsprechenden Anweisung widersetzen kann. Dann ist es besser, sich zeitweilig zurückzuziehen, damit die Medizin sich nicht als zu stark erweist. Der Denker sprach sich dafür aus, dass ein Arzt das Gesetz des Gleichgewichts verstehen müsse.