Bruderschaft II, § 263

Urusvati weiß, wie wenig die Menschen auf das Wesen der Ereignisse achten und sich mit einigen Unwesentlichkeiten begnügen. Man kann sich vorstellen, wie anders die Geschichtsschreibung aussähe, wenn man alle wahren Ursachen und Beweggründe entdecken würde! Vor allem würden unerwartet Tatmenschen bekannt, die die Menschheit gar nicht vermutet hätte. Auf dem Platz von Zaren und Regenten haben Wir Persönlichkeiten gesehen, die im Schatten blieben. Einige von Ihnen wurden aus Unwissenheit nicht bemerkt, doch andere blieben durch Erlass der Bruderschaft unsichtbar. Die Menschen könnten sehen, dass viele Ereignisse außerhalb menschlicher Logik Gestalt gewinnen. Mitunter kann man denken, dass sich unbedachte Verwirrung vollziehe, doch später kann man sich wahrhaftig davon überzeugen, wie ebenmäßig der Aufbau war. Manchmal lässt sich bemerken, dass einzelne Menschen oder ein ganzes Land von der ganzen Welt verurteilt werden und nichtsdestoweniger von dorther die leuchtendste Errungenschaft erwächst. Niemand kommt auf den Gedanken, dass etwas – jenseits irdischer Erwägungen – dem Fluss der Ereignisse eine andere Richtung gab. Vor langer Zeit wurde gesagt: ‘Sucht die Gerechten unter den Verurteilten.’ Man darf nicht aus dem Blick verlieren, dass die Welt über jene herfällt, die den Auftrag der Wahrheit tragen. Doch wenn die Menschen aufmerksam das Wesen der Ereignisse ergründen wollten, könnten sie sich davon überzeugen, dass Unsere wirkende Hand ganz nahe ist. Mögen die Menschen die Persönlichkeiten studieren, die im Umkreis der Ereignisse stehen, mögen sie begreifen, dass die sogenannten Regenten oft nur Symbole sind, die Entscheidungen sich jedoch außerhalb ihres Verständnisses vollziehen. Bemerkt, wie sich Unsere Warnungen bezüglich gewisser Staaten erfüllen. Die Menschen versuchen, diese Warnungen als Drohungen hinzustellen, doch sind Wir weit entfernt davon, Einschüchterungen auszuteilen. Aus Menschenliebe sind Wir bereit zu warnen, doch Wir sind nicht in der Lage, den Fluss der Ereignisse aufzuhalten, wenn man Unsere Ratschläge verwirft. Die Menschen bilden sich ein, Kataklysmen könnten sich allein in Form von groben, schnell einsetzenden Erscheinungen vollziehen. Doch wie es Zustände geben kann, die schlimmer sind als Krieg, so können die Kataklysmen auch überaus verschiedenartig ausfallen. Die qualvollsten werden in einem Zerfall der Staaten bestehen, und diese Krankheit ist schlimmer als eine Vernichtung durch Wasser. Es lässt sich daran erinnern, dass Wir zu verschiedenen Zeiten gewisse Staaten gewarnt haben und Unsere Ratschläge verworfen wurden. Der freie Wille zog den Untergang und langsamen Zerfall vor. Vergleicht, wie sich seit Aussprechen der Warnung der Charakter eines Volkes verwandelte. Heldentaten verflachten, die Menschen lehnten den Schutz ihrer besten Schätze ab und verwandelten sich zu Marktschreiern. Man kann den Zerfall sehen, der in alle Lebensbereiche kriecht. Es ließen sich bereits ganze Bücher über die Krankheit der Völker schreiben. Auf diese Weise verurteilen die Menschen sich selbst, hätten aber verstehen können, dass die Ratschläge rechtzeitig kamen und es nicht schwer gewesen wäre, sie anzunehmen. Wenn die Menschen sich gar damit rechtfertigen werden, dass sie das Wesen der Ereignisse nicht erkannt hätten, so kann man diese Blindheit nur bedauern. Man muss das Leben studieren und aufmerksam hinschauen, um die wahren Tatmenschen zu erkennen. Doch wenn man die Nachtigall tötet, kann man keinen Gesang erwarten. Bei Uns werden Aufzeichnungen über die Folgen der Unwissenheit geführt, und diese Geschichte der Menschheit ist sehr traurig. Der Denker warnte beständig davor, Fehler zuzulassen, die nicht wieder gutzumachen sind.

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