Bruderschaft II, § 260

Urusvati weiß, dass der freie Wille sogar mit Karma in einen Wettstreit tritt. Es lassen sich Geschehnisse aufzählen, da der Wille Veränderungen des Karmas hervorrief. Man sagt, dass die sogenannte Reue eine mächtige Energie darstelle, doch besser ist es, diesen Zustand als volle und klare Bewusstwerdung zu bezeichnen. Der Mensch muss vor allem wissen, wo und warum er nach einer neuen Errungenschaft zu streben hat. Man muss beharrlich nach voller, klarer Bewusstwerdung streben, da allein der äußerst geschärfte Wille eine Wendung des Weges zu bewirken vermag. Es gibt viele Schwankungen, viele schwach aufflackernde Gedanken, die jedoch nicht in der Lage sind, den Schlüssel des Schicksals umzudrehen. Einige Religionen schreiben vor, dass die Menschen anderen ihre Taten mitzuteilen hätten. Es besteht kein Zweifel daran, dass solche Bekenntnisse ihre Bedeutung für die Ausbildung eines klaren Bewusstseins haben, doch wird dies nur die erste Stufe sein. Man muss sich vorbereiten, damit das eigene Urteil auch selbständig gefunden wird. Der Mensch steht vor seinem Führer und muss selbst erkennen, was unabhängig von anderen für ihn selbst positive oder negative Bedeutung besitzt. Nur der Mensch selbst kann die Quelle seiner eigenen Taten erkennen. Erst nach der Beobachtung einer ganzen Aufeinanderfolge von Handlungen vermag man über Ursache und Wirkung zu entscheiden. So kann man sich selbständig auf die folgende Erfahrung vorbereiten. Für den einen sind lange Zeiträume von Schlaf und Erinnerungen erforderlich, doch für andere ist es möglich, unverzüglich mit den Vorbereitungen für einen langen Weg zu beginnen. Der Denker sprach: ‘Lasst uns nicht unnütz Zeit verlieren.’

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