Bruderschaft II, § 259

Urusvati weiß, dass die Auffassung existiert, die Kräfte der Finsternis seien mächtiger als die Kräfte des Lichts. Solch ein Irrtum ist überaus schädlich. Es lässt sich zwar erkennen, dass die finsteren Kräfte bei ihren Angriffen wütend und fest miteinander verschweißt sind. Das aber ist auch gar nicht erstaunlich, da sie sich ja verteidigen müssen und ihre Endlichkeit kennen. Außerdem sind selbst die Kampfmethoden nicht einheitlich. Wir sind bereit, alle Pfeile mit Unserem Schild aufzufangen, doch beenden Wir den Kampf, indem Wir nur einen einzigen Pfeil senden. Wir wissen: wo Einigkeit herrscht, dort ist der Sieg. Wir raten an, sich zu erinnern, dass die Djin nicht nur einmal Tempel erbauten; doch dass einer Unserer Brüder der Finsternis gedient hätte, hat es nie gegeben. Die Völker aller Jahrhunderte bewahrten Erzählungen von Dienern der Finsternis, die veranlasst wurden, dem Licht zu dienen. Nicht ohne besonderen Grund haben sich solche Erzählungen erhalten. Wir sprechen mitunter von den schweren Arbeiten der Bruderschaft. Dies tun Wir jedoch keineswegs, um eine vermeintliche Kraftlosigkeit zu dokumentieren, sondern allein um einer vollständigen Beschreibung Unseres Lebens willen. Man kann beobachten, wie eilig sich die Evolution vollzieht. Nicht in Generationen, sondern innerhalb von Jahrzehnten lassen sich ungewöhnliche Umgestaltungen des Lebens feststellen. Möge ein gewissenhafter Schriftsteller die in Jahrzehnten erfolgenden Entwicklungsschritte der Evolution sammeln. Wahrlich, man kann sagen, die Neue Welt kommt. Wenn auch vieles nicht verstanden oder aber entstellt wird, so treten doch neue Möglichkeiten auf, die mit der Zeit ein neues Denken und eine neue Weltanschauung bewirken werden. Nicht wenig gearbeitet haben auch die Djin in der Hoffnung, dass neue Entdeckungen ihren finsteren Vorhaben behilflich sein würden, doch ihre Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Unter der jungen Generation wachsen viele, schon bewusste Arbeiter heran. Lasst uns nicht kurzsichtig sein, indem wir von Weltuntergang sprechen. Es ist richtig, dass sich Harmagedon in grimmiger Weise vollzieht, mit bisher ungehörten Gräueln, doch unter dem Dornengestrüpp verstärkt sich bereits die eilig bestrebte Evolution. Sehen die Menschen wirklich nicht, wieviel Neues in das Leben eingeht! Lassen wir daher nicht zu, dass die Tagediebe die Kräfte der Finsternis als siegreich bezeichnen. Diese können dort keine Oberhand gewinnen, wo Unbegrenztheit ist. Der Denker stärkte Seine Schüler weise, indem Er ihnen den Sieg des Lichts voraussagte.

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