Urusvati weiß, welche Vielzahl komplizierter Umstände zu überwinden ist, um den Menschen helfen zu können. Stellt euch eine schmale Gebirgsschlucht vor, durch die eine Horde Reiter zieht, oder eine Straße, überfüllt mit einer im Lauf befindlichen Menschenmenge. Nun versucht, aus dieser Lawine einen Menschen herauszuziehen, der an die Vorbereitung von Hilfe gar nicht denkt. Wenn ihr ihn nur für einen Augenblick anhaltet, wird er sofort von der Menge überrannt. Ebenso unmöglich ist es, einen Teil der Menge aufzuhalten, da sich dann eine verhängnisvolle Verwirrung ausbreitet. Eine andere Sache ist es aber, wenn der zu Errettende die Hilfe erahnen kann; dann wird er wie von einem Magneten ständig zu dem vorbestimmten, ungefährdeten Platz gezogen. Dafür jedoch muss er bereit sein, die Rettung anzunehmen. Aufmerksamkeit ist für den schwierigen Fall erforderlich, wenn ein Mensch meint, er sei bereit, die Hilfe anzunehmen, sein ganzes Wesen aber gleichzeitig dagegen strebt. Glaubt nicht, dass solches Widerstreben selten wäre: dagegen ist volle Harmonie, die es erst erlaubt, auch das volle Maß der Hilfe zu ergreifen, weitaus seltener. Besonders kläglich ist es, wenn ein Mensch selbst von seiner Bereitschaft überzeugt ist, sein ganzes Wesen aber die Zusammenarbeit gar nicht aufzunehmen vermag. Wir können bestätigen, dass das größte Maß an Energie nicht so sehr für die direkte Hilfe als für die Überwindung der verschiedenen Hindernisse, die der Hilfe im Wege stehen, verausgabt werden muss. Und die Verschiedenartigkeit solcher Hindernisse ist unvorstellbar! Unter ihnen finden sich sowohl karmische Umstände als auch Atavismen, Unwissenheit und stumpfsinniger Skeptizismus. Diese Erschwernisse sind nicht allein in dem zu Errettenden selbst, sondern auch in dessen gesamter Umgebung zu überwinden. Weder Klagen noch Trauern, sondern der Wunsch, die Arbeit der Bruderschaft zu umreißen, erfordert es, überall solche Schwierigkeiten zu sprechen. Man darf die Menschen unmöglich in ihrem Irrtum belassen, dass ihr freier Wille keine Bedeutung hätte. Er ist das höchste Gut, und es ist an der Zeit, ihn gebrauchen zu lernen. Der Denker lehrte vom freien Willen, der den Menschen göttlich gestalte.