Bruderschaft II, § 256

Urusvati weiß, dass in der Feinstofflichen Welt die bevorstehenden irdischen Lebensaufgaben von einer Bedingung abhängig gemacht werden. Weniger als alles halten die Menschen dies für möglich, doch die Bewohner der Feinstofflichen Welt wissen sehr wohl, dass sich jedes ihrer irdischen Leben mit ihrem Wissen, oder genauer gesagt, mit ihrem Einverständnis vollzieht. Jeder, der zu einem neuen irdischen Leben antritt, erlebt einen lichtvollen Ausblick, wenn er versteht, welche Last es gerade ist, die ihn veranlasst, diese oder jene Erfahrung auf sich zu nehmen. Doch die Menschen wollen nicht verstehen, wie sich ihr Schicksal zusammenfügte. Die Bewohner der Feinstofflichen Welt wissen sehr wohl, dass die fernen Welten bewohnt sind, auf der irdischen Ebene jedoch weisen sie dieses Wissen von sich. Es wird erzählt, dass die Mutter eines Mannes den Traum hatte, dass ihr Sohn eine bedeutende Tätigkeit in der Öffentlichkeit zum Nutzen des Volkes wahrnehmen werde. Der Mann lehnte diese Schau ab und fragte sich, ob man infolge eines Traumes der Mutter in eine Tätigkeit in der Öffentlichkeit gedrängt werden könne? Der Mann vermochte sich, ungeachtet eines hervorragenden Verstandes, nicht vorzustellen, dass nicht der Traum der Mutter, sondern tiefliegende Ursachen aus der Vergangenheit ihn zu einer bestimmten Tätigkeit lenkten. Ebenso wusste er nicht, dass auch der Traum ein Zeichen derselben tiefliegenden Ursachen war. Der Mann vermochte sich nicht zu entsinnen, dass die innere Schau, die ihn so sehr eingenommen hatte, ihm schon aus dem früheren Leben bekannt gewesen war. Er hatte das vorhergegangene Leben schon in innerer Schau geführt und eine Heldentat zur Errettung der Menschheit geringgeschätzt. In der Feinstofflichen Welt hatte er dann klar erkannt, wie wenig er die ihm verliehenen Fähigkeiten zu harmonisieren in der Lage gewesen war und hatte sich daher entschlossen, dieses Mal sein Leben dem Dienst an der Menschheit zu widmen. An einem solch lebendigen Beispiel kann man sehen, dass sogar ein überaus vernunftbegabter Mensch die Ursache seines Zustandes nicht zu verstehen vermochte. Er machte einen Traum verantwortlich, der nur eine Widerspiegelung von etwas Vergangenem war. Es kommt oft vor, dass Menschen, die eine übernommene Aufgabe ausführen, über ihren Entschluss ungehalten werden. Der Denker bemerkte oft: ‘Lasst uns in der Vergangenheit suchen, vielleicht finden wir die verlorenen Schlüssel wieder.’

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