Bruderschaft II, § 25

Urusvati hat vielen erläutert, warum man Uns die Weltregierung nennt. Wahrhaftig, jeder Mensch spürt in unterschiedlichem Maße, dass sich irgendwo der Mittelpunkt des Wissens befindet. Dort, wo das Wissen ist, dort ist auch die Macht. Nicht ohne Grund sehnen sich die einen nach Uns, während andere Uns hassen und Unsere Wohnstatt vernichten möchten. Bei Weltereignissen könnten Beobachter etwas sich außerhalb menschlicher Logik Vollziehendes feststellen. Oftmals haben sogar Ergebene Uns Verzögerung und Indifferenz vorgeworfen, aber diese eiligen Ankläger haben selbst nur einen Ausschnitt der Ereignisse gesehen. Sie konnten die Ursachen und Folgen nicht erkennen. Sie konnten die Nebenumstände nicht vergleichen. Sie konnten nicht vorhersehen, wann gerade der entscheidende Schlag geführt werden musste. Wer ist imstande, den großen Plan und die zu seiner Entwicklung führenden Stufen zu erkennen? Ihrem Teilverständnis gemäß setzen die Menschen ihre eigenen Maßnahmen durch, doch Unsere Schüler unterbinden nie gewaltsam den Beschluss des Lehrers. Sie verstehen, wie ihr eigener freier Wille mit Unserem Beschluss in Einklang zu bringen ist. Man muss ein großes Gleichgewicht besitzen, um die Vernunft Unserer Führung anzuerkennen und diese nicht durch seinen eigenen freien Willen zu entstellen. Wir sorgen Uns äußerst aufmerksam um solch einen Beschluss. Die besten der öffentlich erschienenen Volksführer besaßen ein solches Gleichgewicht, und umso leichter war es, ihnen Unseren Beschluss mitzuerteilen. Der ‘Grüne Lorbeer’, von dem ihr oft gesprochen habt, vermochte Führerschaft mit Feinfühligkeit gegenüber den Ratschlägen der Bruderschaft zu vereinen. Die belehrenden Hinweise von Saint Germain nahm er in vollem Vertrauen auf, und darin bestand sein Erfolg. So mag es gewesen sein, dass Saint Germain nochmals aus dem Grund kam, um einen künftigen Führer vorzubereiten! Auf der ganzen Erde lassen sich Marksteine Unserer Führung feststellen. Einige hohe Persönlichkeiten haben sie angenommen, aber bedauernswerte Pseudo-Monarchen verwarfen Unsere Ratschläge und führten ihre Länder dadurch ins Elend. Doch auch solche Zustände wenden Wir zum Guten. Der Gedanke von der Tactica adversa ist euch bekannt. Man kann daran erinnern, dass vor dem großen Krieg ein bestimmter selbstherrlicher Monarch Unsere Warnung erhalten hatte, doch er zog es vor, den Thron einzubüßen und missachtete Unseren Erlass. Ebenso hörte ein anderes Staatsoberhaupt Unseren Gesandten nicht an und zog es vor, sein Land in Unruhen zu stürzen. Man darf nicht sagen, dass in längst vergangenen Zeiten Weisungen häufiger gegeben worden seien. Auch heute gibt es ihrer viele, doch wie ehedem ist das menschliche Ohr taub. Wir stehen auf der Wacht für die Welt.

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