Bruderschaft II, § 24

Urusvati versteht die Wechselbeziehung zwischen Schlafen und Wachen. Für die einen ist der Schlaf der Gegensatz zum Wachen, doch für Uns ist der Schlaf die Fortsetzung der Arbeit in einem anderen Zustand. Es ist unmöglich, den Schlaf auf eine andere Weise richtig zu verstehen. In keiner Weise darf man die unbedingte Lebensnotwendigkeit des Schlafes verneinen. Bestimmte Bedingungen können die Dauer des Schlafes verkürzen, jedoch nicht seine grundsätzliche Notwendigkeit ausschließen. Auf den Höhen ist es möglich, sich mit vier Stunden Schlaf zu begnügen, doch die Voraussetzung dafür ist erst ab einer bestimmten Höhe gegeben. Glaubt nicht, wenn jemand versichert, dass er keinen Schlaf nötig habe. Mit Ausnahme der üblen Krankheit der Schlaflosigkeit fassen die Menschen den Schlaf als einen Teil des Daseins auf. Jeder schläfrige Zustand bringt den Menschen näher an die Feinstoffliche Welt heran. Es kann jeden möglichen Grad an Bewusstheit während des Schlafes geben, doch diese Bewusstseinsklarheit muss man entwickeln. Der Mensch muss sich immer wieder sagen, dass er sich zur Arbeit begibt, wenn er in den Schlaf sinkt. Wenn sein freier Wille sich dieses Axiom aneignet, so wird es umso leichter werden, seine Kräfte in der Feinstofflichen Welt anzuwenden. Mögen die Menschen nicht befürchten, dass auf diese Weise die Erholung verloren ginge. Sie bleibt in vollem Maße erhalten, da in der Feinstofflichen Welt auch feinstoffliche Qualitäten aufgenommen werden, die einen nicht ermüden lassen. Weitaus schlimmer ist es, wenn ein Mensch sich, von irdischen Leidenschaften ergriffen, in den Schlaf zurückzieht, ohne auch nur an irgendwelche Höheren Welten zu denken. Dann irrt dieser Mensch, statt mit lichtvoller Arbeit und Erkenntnis befasst zu sein, in dunklen Schichten umher, und man kann sich vorstellen, welche Begegnungen ihn dann ermüden werden. Möge das Einschlafen zu einem bewussten Übergang in die Höhere Welt werden. Der freie Wille wird beflügeln. So spreche Ich über den Schlaf, um zu zeigen, dass auch Wir in Unserer Wohnstatt nicht von Schlaf eigener Art befreit sind, der ein Übertragen des Bewusstseins in die Höheren Welten darstellt. Urusvati versteht es richtig, dass Wir die Äußerung des freien Willens nicht behindern; darin besteht Stärke.

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