Urusvati weiß, dass Wir künstliche und mechanische Errungenschaften nicht gutheißen. Alles wirklich Gute erfolgt auf natürliche Weise. Im Altertum, als die menschliche Natur gröber war, mussten künstliche Methoden zugelassen werden, um die Verbindung mit den Höheren Welten zu unterstützen und den freien Willen zu disziplinieren. Es ist jedoch klar, dass ein Mensch alle Zahlen kennen, sämtliche heiligen Namen in Erinnerung rufen, alle geheimen Bedeutungen des Alphabets wissen kann und trotzdem wenig für die menschliche Evolution zu tun in der Lage ist. Die Gaben der Natur sind umso wertvoller, wenn sie auch in natürlicher Weise, als Folge früherer Aufspeicherungen, empfangen werden. Die Wissenschaft wird sich auf dem Wege solcher Beobachtungen den höheren Erkenntnissen annähern. Es ist notwendig zu erkennen, wie sehr die Natur die Evolution unterstützt. Zwang wird der Grausamkeit nahestehen, anders gesagt, er kann nicht natürlich sein. Nur das Bewusstsein kann einschätzen, was ein Mensch für die ganze Menschheit erkennt und erarbeitet. Nehmen wir als Beispiel eine Person, die viele Briefe schreibt. Wenn sie für sich selbst schreibt, wird sie keine wahren Folgen erhalten. Wenn sie denkt, nur für einen bestimmten anderen Menschen zu schreiben, irrt sie sich. Ein inhaltsreicher Brief, angefüllt mit hohen Gedanken, wird nicht für einen selbst oder eine bestimmte Person geschrieben, sondern für die Menschheit. Beschweren wir uns nicht mit Überlegungen, wem unsere Gedanken nützlich sein werden. Abgesehen vom Akt des Schreibens wird der Brief nämlich auch in den Raum gesandt. Es soll nicht unsere Sorge sein, wo der ausgesandte Gedanke ein Obdach finden wird. Unsere einzige Aufgabe ist, dass der Gedanke dem Allgemeinwohl dient. Es kann sein, dass der Gedanke unerwartet in einer anderen Sprache aufgenommen wird. Er vermag in das Bewusstsein eines Kindes einzugehen, um bedeutend später verwirklicht zu werden. Vielleicht erobert der Gedanke einen Menschen, der schon von der Erde gegangen ist, und dieser wendet ihn dann in der Feinstofflichen Welt an. Dieser Gedanke vermag ihm den Übergang zu erleichtern. Es kann auch sein, dass Arbeiter von nützlichen Gedanken, die sie bei einförmiger Arbeit mit neuem Geist erfüllen, begeistert werden. Der Gedanke kann einem Kranken Vertrauen zu seinem Arzt einflößen. Der Gedanke kann eine Frau in ihrem Bewusstsein über die Schwelle des heimischen Herdes hinausheben. Der Gedanke kann einem Kämpfer eingeben, worin seine Heldentat besteht. Der Gedanke vermag einem Bauern die planetare Bedeutung seiner Arbeit zu zeigen. Der Bauer antwortet der Erdkruste. Und ein Brief an ihn ist lebensnotwendig. So muss man auch dem Architekten, dem Richter und dem Künstler schreiben. Es macht nichts, wenn einige Briefe zu nächtlicher Zeit hinausgehen. Möge der Briefschreiber sich nur vergegenwärtigen, dass er viele Leser haben wird. Umso schlimmer jedoch, wenn der Inhalt des Briefes lasterhaft oder nichtig wäre. Schädliche Schreiben darf man nicht verfassen. Wir vernehmen viele Briefe. Jeder, der das Gute in die Welt hineinträgt, erfreut Uns. Mögen die Briefe die hohe Botschaft der Menschheitsevolution tragen. Der Denker sprach: ‘Es ist unterschiedslos, ob ich spreche oder schreibe, die Fixierung meiner Gedanken wird mir folgen. Wenn die Gedanken jemandem nützlich sind, werden sie mir Flügel verleihen.’