Urusvati weiß, was Einweihung ist. Um diesen Begriff herum gibt es viel Verwirrung. Die einen meinen, Einweihung bestehe im Erwerb von Wissen, doch das ist nur ein Weg dorthin. Andere denken, dass Hingabe schon Einweihung sei, doch das ist nur ein Weg dorthin. Dritte behaupten, Einweihung bestehe im Tragen eines Geheimnisses, doch auch das ist nur ein Weg dorthin. Einweihung erfüllt sich im Wagemut, sich dem Antlitz des Lichtes zuzuwenden und sich dabei nicht zu fürchten, es anzublicken. Die Hinwendung zum Licht erfordert Wagemut, und in dieser Stufe der Selbsthingabe wird die herrliche Einweihung bestehen. Der Lehrer kann den größten Teil des ausgezeichneten Wissens mitteilen, doch schließlich wird er sagen: ‘Nun geh allein weiter und beweise Furchtlosigkeit.’ Am Ende des Weges ist eine besondere Anspannung des Bewusstseins erforderlich. Alles Wissen scheint zunichte zu sein, und der Wanderer steht einsam vor der steilen Wand des Aufstiegs. Nur die Flamme des Herzens wärmt, wenn alle Kleider vom Wirbelwind zerrissen sind. Es werden Stimmen hörbar, die jedoch nicht dem geliebten Ruf gleichen. Man muss sich beizeiten für die Begegnung mit dem Licht vorbereiten und es ohne Angst aufnehmen. Man darf von der Wahrnehmung des Lichts unmöglich auf dem Marktplatz sprechen. Der Eingeweihte wird nicht von dem ihm anvertrauten Gefühl erzählen. Nichts zwingt einen, über etwas zu sprechen, was unsagbar ist. Darin unterscheidet sich der Eingeweihte vom Betrüger, der mit den Augen zu rollen und süßlich von den nur ihm selbst zugänglichen Visionen singt. Gesandte Boten sind nicht schwatzhaft. Der Denker mahnte Seine Schüler zur Vorsicht, das Anvertraute sicher zu tragen. Er verstand ebenso wie Sokrates die Bedeutung der Wahrheit. Er sprach: ‘Fertigt euch die beste Schatulle, denn die Wahrheit bedarf eines festen Behälters.’