Bruderschaft II, § 230

Urusvati weiß von den Ausmaßen sämtlicher Wirkungen. Der Denker sprach: ‘Aus einem völlig glattwandigen Pokal gießen wir eine Schierlingslösung aus, und dennoch werden an der Wand des Gefäßes Spuren des Giftes bleiben.’ Ebenso sprach Er: ‘Eine kleine Kratzwunde kann eine starke Blutung hervorbringen, eine andere Wunde jedoch fast unbemerkt bleiben. Indessen vermag niemand zu sagen, welche von ihnen infektiös sein wird.’ So lässt sich im Leben verfolgen, wie verschieden die Stufen von Wirkungen sich gestalten. Der erfahrene Arzt wird seine Aufmerksamkeit den nichtblutenden Wunden zuwenden. Auch die Anwendung von Arzneien wird von vielen persönlichen Bedingungen abhängen. Was gedankliche Einflussnahme anbetrifft, so achtet man wenig auf die Kraft des Taufpaten. Schon mit einem kleinen Wort kann man eine Infektion setzen, doch oftmals hinterlässt ein ganzer Redestrom seine Spuren. Der Denker sprach: ‘Wenn ihr etwas reinigen wollt, so beschränkt euch nicht auf einzelne Gegenstände, sondern macht das ganze Haus sauber.’ Im Gemeinschaftsleben sollte man sich dieser Ratschläge erinnern. Viele Gifttropfen sind noch in den menschlichen ‘Kelchen’ geblieben, während die Menschen meinen, alles Gift sei schon ausgegossen. Oft entfernen Wir solche Gifttropfen. Man wird sagen: ‘Nur Tropfen!.’ Doch manches Gift ist bereits in Tropfen tödlich. Ebenso betrachten Wir unblutige Wunden, die gefährlicher als die blutenden sind. Die Menschen können sich ohne Messer Wunden zufügen, und solche Wunden verheilen schwer. Viele dichterische Werke sind dem Thema der unblutigen Wunden gewidmet. Wir kennen sie und sind bereit, heilsame Schwingungen zu senden.

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