Urusvati kennt den Lauf gesetzmäßigen Karmas. Man kann beobachten, dass Karma nicht allein den eigentlichen Verbrecher unerwartet trifft, sondern auch alle indirekt Beteiligten. Ein der Wahrheit nicht entbehrender Ausspruch besagt, dass für die Freveltaten eines einzigen Menschen ein ganzes Volk leiden muss. Doch nicht die Ausübung von Rache, sondern bestimmte Eigenschaften ihres Geistes verbinden viele Helfershelfer miteinander. Wer vermag zu sagen, wo Blutsverwandtschaft endet? So vermag auch niemand zu bestimmen, worin die Hauptursache lag? Wer vermag zu beurteilen, wer mit Worten und wer mit Gedanken das Verbrechen mehr unterstützte? Niemand möchte darüber nachdenken, wie weit die Bewegungen des Karmas reichen, und niemand sucht in seinem Kelch der Aufspeicherungen nach, inwieweit er als Beteiligter an einem Verbrechen zu gelten hat. Wir können nur an das Gesetz erinnern, doch der freie Wille muss selbst seinen Weg wählen. Urusvati hört oft, wie sehr sich Schwester O. entsetzt. Sie ist oft traurig, wenn Sie sieht, welch grausames Karma die Menschen sich gestalten, ohne über den Sinn des von ihnen Geschaffenen nachdenken zu wollen. Die Menschen lieben das Wort ‘Karma’ inzwischen. In verschiedenen Teilen der Erde wiederholen sie es, ohne aber seine Bedeutung verstehen zu wollen. Gewandt sprechen sie davon, wie man Karma schafft, unternehmen aber keinerlei Maßnahmen, um sich davon zu befreien. Hierbei wird immer wieder der Überzeugung Ausdruck verliehen, dass irgendwo Herren des Karmas existierten, die nicht geruhten, selbst das schwerste Karma zu erleichtern. Niemand denkt daran, dass das Gesetz nicht ohne besondere Anstrengungen von beiden Seiten überschritten werden kann. Der Mensch zieht es vor, mit Tat und Gedanken Karma zu schaffen, doch später solle man ihn von den schwersten Folgen befreien. Wenn die Menschen über Karma sprechen, werden sie kindisch. Irgendein anderer soll für ihre Abwege die Rechnung begleichen. Das Anwachsen ihres Karmas stört die Menschen nicht, doch dafür können sie später umso besser klagen und sich entrüsten, womit sie freilich nur den Strom leidvoller Folgen noch verstärken. Unter Unseren Arbeiten nimmt die Begleitung der Menschen auf dem Weg des Karmas keinen geringen Platz ein. Wir können nichts sagen, was gegen das Gesetz gerichtet wäre, doch sind Wir allzeit bereit, innerhalb den Grenzen des Möglichen auf den besten Pfad hinzuweisen. Der Denker ist während Seiner langen Leben nie ermüdet, die Menschen zu warnen. Viele nahmen Seine fürsorglichen Berührungen wahr, doch nur wenige bemühten sich, Seine Aufforderungen zu verstehen. Der Denker lächelte sehr traurig, wenn Er die Gespräche der Menschen über Karma vernahm. Und manchmal sagte Er: ‘Wenn sie an dieses Gesetz auch weniger denken, aber doch reiner leben würden!’