Bruderschaft II, § 214

Urusvati weiß, wie wenig das Phänomen des Rhythmus von der Menschheit verstanden wird. Die alte Lehre vom Rhythmus ist verlorengegangen. Die neue Auffassung hat zu rohesten Formen des Tanzes und der Musik herabgeführt. Gelehrte sprechen vom Schwingungsrhythmus, doch diese Erkenntnis dringt nicht über die Grenzen der Laboratorien hinaus. Rhythmus muss jedoch im gesamten Leben zum Ausdruck gebracht werden, in aller Arbeit, in sämtlichem Schaffen. Allein erfahrene Arbeiter verstehen, wie produktiv rhythmische Arbeit ist. Wahrhaftig, der Karma-Yogi ist ein Arbeiter; ohne jegliche erzwungene Anspannung kennt er die Freude des Rhythmus. Der Karma-Yogi arbeitet nicht, weil ihn jemand dazu veranlasst hat, er kann gar nicht ohne Arbeit leben. Dieser Yoga ist mit dem Rhythmus sehr verbunden. Im Alltagsleben ist eine solche Zusammenarbeit, die aus eigener Initiative erfolgt und unerschöpflich ist, leider nur selten anzutreffen. Nur ein klar zum Ausdruck gebrachter Rhythmus vereinigt sich mit gleichen harmonischen Schwingungen in allen anderen Ländern der Erde zu einem Ganzen, woraus eine ungewöhnliche gegenseitige Hilfe erwächst. Trotz der Unsichtbarkeit dieser gegenseitigen Hilfe wird wahre Harmonie herrschen. Überdies erhält jeder Arbeiter Hilfe aus der Feinstofflichen Welt. Die Menschen werden sehr viel erfolgreicher vorankommen, wenn sie diese unsichtbare Zusammenarbeit verstehen. Spötter werden sagen: ‘Bekommen etwa auch Zimmerleute, Schnitter und Maurer Hilfe aus der Feinstofflichen Welt?’ Der Spott ist unangebracht, denn gerade jede willkommene Arbeit erfährt Hilfe. Die Menschen sollten über den unerschöpflichen Vorrat an Energie in der Feinstofflichen Welt nachdenken. Von einer weiteren, ebenso wenig verstandenen Wahrheit soll hier noch gesprochen werden. Die Menschen grämen sich, wenn ihre Ideen von anderen aufgegriffen und genutzt werden. Im Grunde sollte jedoch jede Verbreitung nützlicher Ideen Freude bereiten. Doch zu solcher Freude ist die Mehrheit noch nicht herangereift. Der Denker sprach: ‘Ideen sind leichtbeschwingt. Es ist eine Freude, einen Vogel aus seinem Käfig freizulassen. Möge es ebenso zu einer Freude werden, rettende Ideen freizulassen. Das Denken muss den Raum sättigen, da die Menschen anderenfalls ohne Möglichkeit der Fortentwicklung sein würden. Befreien wir die Ideen von allen Fangnetzen und Ketten. Warten wir nicht auf den Gefängniswärter, sondern verhelfen wir selbst zur Befreiung.’

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