Bruderschaft II, § 192

Urusvati weiß von der Legende über die Erfüllung von Wünschen. Der Denker sagte dazu: ‘Die Menschen unterscheiden wenig, ob ein Wunsch von innen oder von außen kommt. Sie nehmen an, dass alle Wünsche in ihrem Inneren entstünden. Sie freuen sich, wenn ihre Wünsche sich erfüllen, vergessen aber, dass sie auch ganz von Wünschen erfüllt sein können, die von außen kommen. Die Erfüllung eines solchen Wunsches hat sich bereits im Raum vollzogen, und die Menschen lassen das bereits Entschiedene nur noch in dem betreffenden Ereignis ausklingen. Sie glauben, der Wunsch sei in ihrem Inneren geboren, während er, gleichsam als Befehl, von außen erklang.’ Überlieferungen sprechen vom Baum der Wunscherfüllung, an dessen Wurzeln aber medizinisch wirksame Blätter liegen, deren Extrakt die Menschen empfänglicher für die Annahme der höheren Befehle macht. Die Schüler fragten, wie man vorgehen solle, wenn ein Mensch Nützliches nicht beachtet. Der Denker antwortete: ‘Dann schweigt. Es gibt kein größeres Hindernis als die Verneinung. Wenn ein Mensch an Verneinung erkrankt ist, lasst ihn allein, da er anderenfalls in größte Wut gerät. Man darf auf den Verstand keinerlei Zwang ausüben. Überlasst es der Zeit. Es mag sein, dass sie die Infektion durch Verneinung völlig umgestaltet.’ Die Schüler fragten, wie man sich verhalten solle, wenn niemand die Wahrheit vernehmen will. Der Denker bemerkte dazu: ‘Dafür sind euch die Beine gegeben. Die Verneiner werden euch verfolgen, und ihr erhaltet damit die Möglichkeit, das Wort der Wahrheit an anderen Orten zu sprechen. Dank der Verfolger wird die Wahrheit an viele Orte getragen.’

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