Bruderschaft II, § 191

Urusvati weiß, dass Erschütterungen der Erde entweder düstere oder herrliche Erscheinungen vorangehen. Die Natur erscheint dann als besonders anziehend, als ob sie ihr letztes Lächeln aussenden würde. Der Denker bezeichnete dieses Phänomen als Zauber der Natur. Er sprach: ‘Zurzeit ist die gesamte Umgebung so schön, gerade so, als ob unser Herz Trost suchen würde. Düsternis und Wirbelwind sind mitunter ein kleines Zeichen des Zukünftigen und ängstigen den Menschen, doch die Natur bereitet uns in ihrem schönsten Gewand Trost. Der gute Zauber der Natur gleicht einem nützlichen Balsam für den Wanderer. Ich fürchte das Gewitter nicht, erzittere aber vor der Schönheit des Weltalls. Sehe ich sie vielleicht zum letzten Mal? Darf man gar den Schauder vor der Erhabenheit des Weltalls überwinden? Und wie werden wir andererseits die fernen Welten anschauen? Zu nächtlicher Stunde streben wir in den Raum, und bei der Rückkehr erscheint uns die irdische Hülle als eng. Wir wollen uns jedoch vom Zauber der Natur auch nicht täuschen lassen, denn er ist nur ein Tropfen im Ozean der Unbegrenztheit.’ Über den Wechsel der Leben sagte der Denker: ‘Er existiert nicht nur tatsächlich, sondern ist auch unterschiedlicher Art. Neben einer vollen Verkörperung gibt es auch eine teilweise. Ein starker Geist kann einen Teil seiner Energie hingeben. Man kann das als Sendung von Licht oder von Energie bezeichnen. Eine solche Verstärkung der Macht führt zu einer Erweiterung des Bewusstseins. Sie schwächt nicht, sondern vertieft das Gefühlswissen. In gewissen Tatmenschen kann man eine Art natürlicher Scharfsichtigkeit vermuten. Diese Menschen können ihre Gabe in vergangenen Leben aufgespeichert haben, doch es kann sich auch um einen verliehenen Segen handeln. Wenn wir uns über die fernen Welten unterhalten, so sollten wir auch die Möglichkeit ferner Einwirkungen annehmen. Ein starker Geist, der sich in fernen Welten aufhält, kann den Wunsch haben, seinen schöpferischen Nutzen zu vermehren und aus diesem Grund einen Teil seiner Kraft als Bestätigung kühnen Strebens senden. Früher beteten die Mütter um die Herabsendung einer Seele, die mit doppelter Kraft ausgestattet ist. Überlieferungen weisen auf die Existenz von Völkern hin, die von der Kraft des Geistes und der Feinstofflichen Welt gewusst haben.’

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