Urusvati weiß, wie wenig die Menschen die Verbindung zwischen Ursache und Wirkung verstehen. Der Denker sagte: ‘Ein Mensch war von dem Wunsch, Gold zu suchen, ganz erfüllt, und dafür schien ihm ein ganz bestimmter Ort am Fuße eines Felsen recht geeignet. Eifrig begann er, den Boden auszuheben. Ein vorbeikommender Wanderer sprach zu ihm: Gib acht, dass dich der Felsen nicht erdrückt. Doch der Glanz des Goldes offenbarte seine ganze Anziehungskraft. So ging es weiter, bis der Felsen schon niederzustürzen drohte. Vor dem Sturz des Felsen kam der Wanderer wieder vorbei und rief: Rette dich in die Höhle! So entging jener Mensch dem Tode, doch er warf dem Schicksal vor, dass es ihm das Gold nicht gerettet habe.’ ‘So lenken die Menschen ihre Aufmerksamkeit nicht auf die von ihnen selbst verübte Vorbereitung von Gefahren. Sogar dem rettenden Wanderer dankte jener Mensch nicht, sondern klagte ihn im Gegenteil an, zu spät gewarnt zu haben. Der Sinn des Goldes in Erzählungen solcher Art ist bekannt, doch auch im wirklichen Leben ist es eine Ursache von Irrtümern.’ So sprach der Denker, und die Schüler fragten, ob die Menschen denn nicht die unterscheidende Erkenntnis der Ursachen erlernen würden. Doch der Denker erinnerte daran, dass irdische Jahrtausende nur ein Augenblick im Weltall seien. Wir denken beständig daran, wie der Denker das menschliche Bewusstsein mit dem kosmischen Bewusstsein vereinigte. Der Denker sprach: ‘Drei Menschen vollbrachten jeder eine Heldentat: der erste in vollem Wissen und Bewusstsein, der zweite in einem Rausch und der dritte zufällig und ohne Wissen darum. Wer soll den Ehrenkranz erhalten?’ Die Schüler wiesen auf den ersten. Der Denker bemerkte dazu: ‘Wahrlich, dieser soll die Anerkennung erfahren, denn nüchtern und wissend hat er echten Mut bewiesen. In einem Rausch vollzogene Handlungen sind unbrauchbar, und von einer zufälligen Heldentat in Unwissenheit ist gar nichts zu halten; solche Heldentaten vollbringen auch wilde Tiere.’ ‘Oh Wissen, wann wirst du nur zur Menschheit kommen! Hört die Schreie auf dem Marktplatz, wo sie den einen jagen, den anderen bekränzen und die Menge ganz und gar nicht begreift, was sie tut. Wahrhaftig, es ist notwendig, die Schulen zu vermehren und den Sinn des Lebens zu lehren. Der Lehrer darf keine heilige Statue werden, sondern muss ein Träger der Wahrheit sein. Und das Volk ist verpflichtet, den Lehrer zu schützen und für Ihn einzutreten, wenn Er der Verfolgung durch Tyrannen ausgesetzt ist. Der Lehrer soll dem Reichtum entsagen, doch die Mitbürger sind verpflichtet, Ihm ein Leben, ganz der Erkenntnis gewidmet, zu ermöglichen. Glaubt nicht, dass die Bedeutung des Lehrers sich schon so bald festigen würde. Jahrtausende werden noch vergehen, ohne dass der Lehrer anerkannt wäre.’ So sprach der Denker. Diese Worte passen in jedes Jahrhundert.