Bruderschaft II, § 180

Urusvati weiß, wie sehr die Menschen selbst höchste Offenbarungen herabzusetzen und zu begrenzen suchen. Der Denker sprach: ‘Von den Himmeln aus werden heilsame Hüllen auf der Erde ausgebreitet, doch anstatt sich im Bewusstsein zu erheben, wenden die Menschen alle Anstrengung auf, sie herabzusetzen. Sie kommen nicht auf den Gedanken, dass auch das Heilsamste seine Kraft im irdischen Schmutz verliert.’ Einmal kam ein Freund zum Denker und erzählte Ihm einen Traum. ‘Stell dir vor, mir träumte, dass ein Bekannter alle Dinge in meinem Hause umstellte. Es ist nur seltsam, dass dieser Mensch sich weit entfernt von hier aufhält.’ Der Denker antwortete: ‘Es mag sein, dass er gedanklich in dein Haus eindrang. Die Kraft des Gedankens nämlich vermag Gegenstände zu bewegen.’ Ebenso fragte man den Denker, aus welchem Grunde sich auf den Bergen so rasch Wolken bildeten. Er sprach: ‘Außer den Kräften der Natur können dabei auch menschliche Gedanken eine Ursache sein.’ So lehrte Er bei jeder Gelegenheit die Kraft des Gedankens. Viele konnten die jedem Menschen eigene Macht nicht verstehen, dennoch wurde auch ihr Denken bereichert. Als man den Denker fragte, warum Er in Seinen Schriften nichts von der Kraft des Gedankens erwähne, antwortete Er: ‘Es wird eine Zeit kommen, da die Menschen zur Anerkennung dieser Wahrheit bereit sein werden, doch jede vorzeitige Herausgabe würde nur zu einem Hindernis. Mögen die Menschen Stufe für Stufe der Leiter ersteigen.’

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