Bruderschaft II, § 174

Urusvati weiß, wie falsch symbolische Gleichnisse oftmals erklärt werden. So lässt sich an die historischen Worte von dem Schlag auf die linke und die rechte Wange erinnern, über die viele Irrtümer entstanden sind. Tatsächlich wird das Gesagte sinnlos, wenn man es körperlich auffasst. Doch dieses Vermächtnis wurde mit einem geistigen Sinn gegeben. Gerade bei innerem Gleichgewicht können die Schläge des Bösen keinen Schaden anrichten. Der Große Wanderer selbst besaß menschliche Würde bei Wahrung des Gleichgewichts und wusste aus den Lehren Indiens, dass niemand den menschlichen Geist erschüttern könne. Wir erkennen es als eine besondere Errungenschaft an, wenn ein Mensch unbeugsam das erwählte Ziel verfolgt, gleich, ob ihm zunächst Erfolg zuteilwird oder nicht. Doch dafür ist es notwendig, auch ein Ziel zu erwählen und zu verstehen, dass es abseits davon keinen Fortschritt geben kann. Aus solcher Überzeugung erwächst die Heldentat. Einige Heldentaten werden von jedem Menschen gefordert. Schon der Begriff ‘Heldentat’ sollte herbeigerufen werden, nicht jedoch in Schrecken versetzen. Der Große Wanderer lehrte über die Beschaffenheit der Heldentat: ‘Jeder, der die Qualität seiner Arbeit verbessert, vollbringt bereits eine Heldentat. Selbst wenn er dabei nur für sich arbeitet, kommt er nicht umhin, auch anderen damit Nutzen zu bringen. Die Arbeit besitzt an sich schon die Eigenschaft, dass durch sie irgendjemand immer einen Nutzen erfährt. Nicht nur auf der Erde erfreut man sich der Qualität der Arbeit, sondern auch in der Feinstofflichen Welt richtet man besondere Aufmerksamkeit auf die herrliche Arbeit.’ Auch sagte Er: ‘Nach der Art des Sonnenaufgangs beurteilt ihr den ganzen Tag. Ihr bemerkt, wenn der Morgen bewölkt oder klar, wenn die Sonne rot oder trüb verschleiert ist. Ebenso kann man im Leben schon vom Kindesalter an die Entwicklung des menschlichen Wesens vorhersehen. Man kann beobachten, dass in ihm alles angelegt ist, was später zutage tritt. Wer von Kindheit an gerne arbeitet, wird auch ein Arbeiter bleiben.’ Eine arbeitsame oder eine untätige Natur sind in den vorhergegangenen Leben veranlagt worden. Viele befinden sich in der Feinstofflichen Welt, ohne die Freude an der Arbeit zu erlernen. Ich bestätige, dass die Qualität der Arbeit auch den weiteren Aufstieg bestimmt. Es ist falsch zu glauben, dass nur Könige aufsteigen, Bauern jedoch absteigen werden. Qualität in der Arbeit kann unter allen Umständen erreicht werden. Ebenso lehrte der Große Wanderer die Überlegenheit des Wissens vor der Unwissenheit. Wissen ist die Folge großer Arbeit. Das Volk kann keinen Erfolg haben, wenn es nicht zur Erkenntnis eilt. Doch nur wenige sind in der Lage, dem Volk zu Erkenntnissen zu verhelfen, und diesen Persönlichkeiten erweisen Wir Achtung. Jeder von ihnen hat nicht nur das bereits Geschriebene durchgelesen, sondern auch schon Tropfen seines eigenen Wissens hinzugefügt. Diese Tropfen sind eine Gabe der Unbegrenztheit.

‹ § 173 · Inhaltsverzeichnis · § 175 ›