Bruderschaft II, § 157

Urusvati hat das Gefühl des sich Loslösens von der Erde erfahren. Dieses Gefühl wie auch die magnetische Anziehung kennen nur diejenigen, die es auch erfahren haben. Sie können verstehen, welch starker Anziehungskraft ein Lehrer ausgesetzt sein kann. Er besitzt das Recht, sich von der Erde zu lösen, doch Er tut es nicht. Hierbei erfährt Er aber eine schwere Wehmut. Der Grad solcher Wehmut ist nicht in Worten auszudrücken. Nur die Macht des Bewusstseins kann aus solchen niederdrückenden Gefühlsanwandlungen herausführen. Es muss auch eine Bemerkung zur Fähigkeit der Teilbarkeit des Geistes des Lehrers gemacht werden. Wer diese Eigenschaft kennt, versteht, wenn sich in solchen Augenblicken eine vollständige Abwesenheit bemerkbar macht. Gewöhnlich sind solche Augenblicke nur sehr kurz, doch bei Weiterentwicklung der Teilbarkeit des Geistes können sie sehr ausgeprägt verlaufen. So wird vorstellbar, welche Augenblicke der Abwesenheit der Große Wanderer durchlebt hat! Es handelt sich nicht um einen Bewusstseinsverlust, sondern gerade um eine teilweise Abwesenheit, wenn die psychische Energie auf weite Entfernungen hin arbeitet. Die Offenbarung der Erscheinung des Großen Wanderers war an vielen Orten gleichzeitig bemerkbar. Die Menschen sahen Ihn völlig klar im Wachzustand und im Traum. Für das Herz bedeuten Momente der Teilung des Geistes viel Arbeit. Man kann sich vorstellen, wie gefährlich es ist, die Ruhe während solcher Abwesenheiten zu stören. Dieser Zustand ist fast mit dem Austritt des feinstofflichen Körpers zu vergleichen. Doch die Menschen rechnen nicht mit solcher Anspannung, und nicht selten erwächst aus Unvorsichtigkeit Schaden.

‹ § 156 · Inhaltsverzeichnis · § 158 ›