Bruderschaft II, § 103

Urusvati kennt die Stunde der Dringlichkeit. Es ist nicht leicht, Dringlichkeit mit Harmonie, Zurückhaltung mit Unaufhaltsamkeit zu verbinden. Es lassen sich viele augenscheinliche Gegenüberstellungen nennen, doch das Leben wird für alles einen Platz finden. Wir müssen nur in allem grundsätzlich die Tat bestätigen, und das Gefühlswissen wird dann den Rhythmus der Tat bestimmen. Die Welt schreitet in unaufhaltsamer Bewegung voran, und das Tempo der Arbeit sollte sich diesem Lauf in die Unbegrenztheit anpassen. Wir haben bereits von der Anziehung nach oben gesprochen, doch es kann auch einen fortlaufenden Fall in den Abgrund geben. Allein die Arbeit kann jene Qualität geben, die sich als Rettungsring erweisen wird. Man muss es lieben, dem gesamten Leben Qualität zu verleihen. Der geringste Verlust an Qualität drückt alle vorwärts gerichteten Bewegungen nieder. So bedauert ihr zu Recht jene Völker, die die Erhabenheit des gesamten Lebens vergessen haben. Lasst uns jedoch nicht verzweifeln, wenn das Herzenspotential groß ist. Die Stunde der Dringlichkeit verhilft ebenso dazu, alle Kräfte des Menschen anzuspannen. Glaubt nicht, dass Unsere Gemeinschaft nicht auf die Stunde der Dringlichkeit achtete. Solche Dringlichkeit zeigt sich nicht nur in einer einzigen Beziehung, sondern in ganzen Komplexen von Beziehungen und kann anhand der allgemeinen Spannung bestimmt werden. So kann man auch jetzt sehen, wie sehr die Ereignisse drängen. Die Menschen versuchen, diese Dringlichkeit nicht zu bemerken, doch solche Versuche ähneln dem Taumeln von Blinden. Lasst uns die Stunde der Dringlichkeit verstehen.

‹ § 102 · Inhaltsverzeichnis · § 104 ›