Bruderschaft II, § 101

Urusvati versteht, worum es sich bei lebenden Leichnamen handelt. Üblicherweise ruft diese Erscheinung Verwunderung hervor. Die Menschen sehen, dass Personen, die als lebende Leichname bezeichnet werden, weiterhin ihren Lebensweg auf der Erde fortsetzen können, und so bilden sich Zweifel an der Richtigkeit des gegebenen Hinweises. Doch warum einen Begriff nur auf äußere, physische Erscheinungen begrenzen? Der Organismus weist auf den Tod hin, und solch ein Hinweis ist um vieles wichtiger als physischer Augenschein. Selbst in den höchsten Ämtern können Wir einige lebende Leichname benennen; jeder von ihnen trägt auch eine physische Krankheit in sich, doch diese ist nur eine Nebenursache. Die Hauptsache besteht darin, dass der feinstoffliche Körper ausgetreten ist und dann nicht mehr gänzlich in den physischen wieder eintritt. Solche Puppen können nicht mehr selbständig handeln. Sie befinden sich am Gängelband der anderen, ohne es selbst zu bemerken. Sehr erdgebunden denken sie über den Tod mit Grauen. Sie spüren es, dass sie dem irdischen Leben nicht mehr völlig angehören. Gewöhnlich handelt es sich um sogenannte Materialisten, die jede Andeutung einer Fortsetzung des Lebens im feinstofflichen Körper fürchten. Ebenso fürchten sie, einen Blick auf ihre eigenen Taten zu werfen. Jedenfalls sind solche lebenden Leichname erkennbar und als leere Hüllen zu verstehen. Ich weiß, dass solche Puppen überaus gereizt reagierten, würde man ihre Namen nennen. Wir werden dies nicht tun, da ihr es auch so wisst, von wem Ich spreche. Ebenso wisst ihr, wen Wir als ‘leeren Ort’ bezeichnen. Lasst uns keine irdischen Maßstäbe anlegen, sondern einen Blick in die Zukunft werfen. Viele Handlungen kann man zu Recht als Wahnsinn bezeichnen, doch bei der Kompliziertheit der Wechselbeziehungen können sowohl die Djins als auch die Wahnsinnigen nicht unverzüglich vernichtet werden. Wir befinden uns in den Wogen der Weltereignisse, und es ist unmöglich, Knoten zu zerschlagen, die dann eine Katastrophe auslösen können. Die Menschen verlangen nicht selten von Uns, bestimmte Verhältnisse zu beenden, aber ohne zu ahnen, dass die Enden solcher Fäden sich für sie in ein Fangnetz verwandeln können. Wir haben viele Sorgen, Ich wiederhole dies, da die Menschen Uns für in Purpur gehüllte Prediger halten, die mit Harfen auf Wolken sitzen. Möge die Beschreibung Unserer Sorgen und Arbeiten im Gedächtnis erhalten bleiben.

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