Agni Yoga, § 21

Eure Erwägungen über historische Verleumdungen sind richtig. Verleumdung ist Zündstoff für das Freudenfeuer der Heldentat. Verleumdung stört nur momentan, aber bei historischer Betrachtung wird das Feuer der Verleumdung sehr vielfarbig, ohne Verleumdung hätte die ‘dankbare’ Menschheit die hellsten Erscheinungen längst vergessen. Tactica adversa bedeutet nicht Menschen zum Schweigen zu bringen, Sphärenmusik braucht Begleitinstrumente. Die vor Neid Rasenden bilden sich ein, ihr Geheul würde die Atmosphäre so erfüllen, dass die ehernen Symphonien die Erde nicht erreichen können. Ein guter Hausherr findet aber auch für Abfälle eine Verwendung. Daher verwendet die Fackeln der Verleumdung zur Beleuchtung des Pfades der unerschütterlichen Heldentat. Indem die Leute Unsere Boten Scharlatane nennen, bezeugen sie deren Ungewöhnlichkeit. Die Liebesbezeugungen niederer Tiere sind eben roh. Die Rohheit der heutigen Vertreter der scheidenden Menschheit übertrifft sogar jene des Mittelalters. Die Masse der Menschen ist weniger wegen ihrer Gemeinheiten als wegen ihrer rohen Wahrnehmungsfähigkeit ungeeignet. Besonders aus Rohheit entsteht Leichtsinn und in Folge Verrat. So wollen wir also Verleumdungen als Fackeln von Wilden betrachten. Beim Durchschreiten der Finsternis ist jedes Feuer nützlich!

‹ § 20 · Inhaltsverzeichnis · § 22 ›