Agni Yoga, § 22

Es gibt kein ungerechteres Urteil als ein solches, welches auf Anschein beruht. Nur das anscheinende Ergebnis betrachtend, verlieren die Menschen die Verbindung zur Wirklichkeit. Die Lehre, welche zu den wahren Ursachen führt, wird meist als Träumerei bezeichnet. Das Leben trägt aber kein Kennzeichen seiner Entstehung und unterliegt offensichtlich dem Zerfall. In Auflösung befindlich, kann man die wertvollen Keime der Entstehung leicht übersehen. Der Entstehungsprozess wird wohlweislich verborgen gehalten, sonst würden die Elemente die Samenkörner der Möglichkeiten vernichten. Trägheit ist eine Grundeigenschaft der Elemente, um ihnen Evolutionsenergien einzuhauchen bedarf es eines Geistesblitzes, welcher es den Elementen ermöglicht Gedanken aufzunehmen. Von der Notwendigkeit der Verstärkung des Gedankenapparates wird deshalb gesprochen, weil vor dem zügellosen Ansturm der Elemente gewarnt werden muss. Bestimmte Perioden im planetarischen Dasein unterliegen einem Ansturm der Elemente. Man kann ihnen nur beständiges Streben der Menschheit nach Erneuerung der Lebensumstände entgegenstellen. Beständiges Streben in Gedanken wird durch Konzentration auf die Lehre ermöglicht und kann gleich einem Schwert das unsinnige Chaos zerschlagen. Diese Gedanken vermögen den Elementen zu widerstehen, sonst würde das schwer gestörte Gleichgewicht kosmische Erscheinungen auslösen. Hungersnot, Dürre und Krankheiten sind Folgen entarteter Gedanken! Die Gedanken des Einzelnen können den Elementen nicht Einhalt gebieten. Auch Erkenntnis alleine gestaltet noch keine Gedanken der Erneuerung. Nur bewusstes Verantwortungsgefühl aller ergibt ein machtvolles Gedankenpotenzial. Unbewusste Anspannung gleicht einem Segel im Orkan. Wir beobachten sowohl in den magnetischen Wellen als auch in den chemischen Strahlen eine große Anspannung. Das menschliche Denken wurde wie eine ungehärtete Klinge gebogen. Chaos brodelt in den Tiefen des Bewusstseins. Kann man ausharren? Die Vorstellung Unseres Leuchtturms beginnt in den Verstand einzudringen, weil in den Wirbeln des Chaos schließlich nichts anderes übrigbleibt. Wie schmerzhaft für einen feinfühlenden Geist! Wir verfolgen die Wogen der unerhörten Finsternis! Das Herz kann nur eine begrenzte Menge dieses elementaren Giftes ertragen.

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