Herz, § 540

Es darf euch nicht seltsam erscheinen, dass die jetzigen Hinweise über das Herz mit medizinischen Ratschlägen enden. Seit langem hat man das Herz vernachlässigt, daher muss man ergänzend zu den geistigen Einflüssen auch irdische Mittel bereithalten. In jedem Fall aber muss man bei Anspannungen des Herzens die Gedankenrichtung ändern. Wie ein Gebirgsstrom ändern Gedanken den umgebenden Rhythmus. Es ist unklug, bei der Anspannung des Herzens von völliger Ruhe zu sprechen, weil es vor allem keine Ruhe gibt; im Gegenteil, das angespannte Herz spürt die kosmischen Wirbel umso mehr und kann durch Schwingungen erschüttert werden. Aber die Gedankenänderung kann wie Moschus wirken, den Fluss der Nervensubstanz kräftigend. Ihr wisst bereits, wie sehr sich der Rhythmus der Ströme ändert und dass bei atmosphärischer Spannung die Schwingungen der Ströme gemäßigt sind und sogar prickelnd werden. So gewinnt das alte Sprichwort ‘Gleiches mit Gleichem zu heilen’ an Bedeutung. Allerdings rate Ich nicht, einen Kranken mit dem Kopf nach unten zu lagern. Eine aufrechte Haltung ist nützlich. Die vom Kranken selbst gewählte Haltung entspricht der zweckdienlichen Gedankenänderung. Als ein berühmter arabischer Mathematiker fast ohne Herzensregung darniederlag, war sein Freund erfinderisch genug, von der Lösung einer algebraischen Frage zu sprechen, worauf das Herz des Mathematikers wieder zu Kräften kam. Ich erwähne dieses Beispiel, damit man nicht meine, dass nichtige Gedanken den Zustand des Herzens ändern könnten.

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