Herz, § 523

Man muss den nichtigen Gedanken verstehen. Wie ein Insekt untergräbt er die besten Vorsätze. Der festeste Charakter kann durch die Stacheln nichtiger Gedanken erschüttert werden. Das scheint offenkundig eine Wiederholung und langweilig zu sein, doch naht der Zeitpunkt der Tat, überschütten sich die Menschen mit einem Schauer von Splittern nichtiger Gedanken. Die edelsten Beschlüsse werden von der Schicht schändlicher Gedanken ausgemerzt. Die Heldentat wird in erster Linie nicht so sehr durch Zweifel verhindert, als durch die durch alte Gewohnheiten geschaffenen formlosen Gedanken. Ich bestätige, dass es nicht schwierig ist, sich von Gewohnheiten zu befreien, wenn wir das Bewusstsein vollauf in die Zukunft richten können. Oft vergleichen die Menschen die Zukunft mit der Gegenwart und beschneiden so die neuen Schwingen. Sogar Vögel wissen um den Wechsel ihres Gefieders und passen sich den entsprechenden Zuständen an. In der Mauserzeit begeben sie sich ins Unterholz, um sich neubeschwingt wieder zu erheben. So lasst uns an diesen jüngeren Brüdern ein Beispiel nehmen. Sie können uns ein vortreffliches Lied des Herzens singen.

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