Herz, § 365

Wenn ihr einem Bigotten begegnet, wisset, dass er nicht des Herzens ist. Wenn ihr einem Abergläubischen begegnet, wisset, dass er nicht des Herzens ist. Wenn ihr einem Ängstlichen begegnet, wisset, dass er nicht des Herzens ist. Nichtsdestoweniger werden diese ungebetenen Gäste das Wort Herz auf den Lippen führen. Es ist höchste Zeit, alle Herzensgaukler auszuschalten, damit sie nicht mit menschlichen Herzen spielen. Es sollte erforscht werden, wann das Herz durch Ichsucht und Rohheit getrübt ist. So kann man durch die Beobachtung des Pulses den Schätzen des Herzens näherkommen. Gleichfalls kann man fühlen, wann das Herz schweigt und es die Rufe nicht erreichen. Viel Arbeit ist für Gedankenübertragung auf Entfernung aufgewendet worden – auch dafür kann der Puls dienlich sein. Mit seiner äußersten Feinfühligkeit kann der Puls eine Gedankenübertragung sogar vor ihrer Verwirklichung aufspüren. Auf diese Weise kann man sich erneut davon überzeugen, wie viele höchst feinstoffliche Möglichkeiten der Organismus bietet, von denen sich die Menschen nur ein unklares, physisches Bild geschaffen haben. Diese Verrohung häufte sich bereits seit Tausenden von Jahren an, und das Licht des Körpers entfernt sich immer mehr vom Feuer.

‹ § 364 · Inhaltsverzeichnis · § 366 ›