Herz, § 321

Ein Bildhauer berührt beim Modellieren seine Skulpturen einige Stellen nur einmal, auf andere Stellen aber konzentriert er eine ganze Reihe von Schlägen, sowohl kräftige als auch zarte. So wird auch in der LEHRE oft vermerkt, welche Verschiedenheit erforderlich ist, bestimmte Situationen ohne Wiederholung zu berühren, denn auch der Bildhauer wiederholt mit seinem Meißel keine Bewegung, sondern bestimmt nur die nötige Form. Diese Stellen sind gewöhnlich verantwortungsvoll; so beachtet ebenfalls jene Passagen, die öfter als einmal vermerkt wurden. Sie sind entweder ungewöhnlich neu für das Bewusstsein oder wurden aus Unachtsamkeit übersehen. Und wie ein zaudernder Meißel entscheidende Bedeutung haben kann, so wird auch eine versäumte Gelegenheit der ganzen Aufgabe einen anderen Sinn verleihen. Wenn Ich über das Herz spreche, sind damit nicht die vielen Individuen gemeint, die absolut unwiederholbare Offenbarungen hervorbringen? Es kann nicht anders sein, denn die äußerst verfeinerten Energien sind in ihrer Strahlenbrechung und gegenseitigen Verflechtung in verschiedenen Sphären unberechenbar.

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