Geduld ist das Geschenk des Himmels, so sprachen die Alten. Warum sollte Geduld vom Himmel sein, wenn sie in Wirklichkeit ausschließlich dem Herzen eigen sein soll? Aber wie wollen wir ohne Kenntnis der Höchsten Welt Geduld üben? Erst wenn sich der silberne Faden vom Herzen zur Höchsten Welt spannt, wird es zum Verstehen der Geduld kommen. WIR schätzen diese Eigenschaft, sie ist der Duldsamkeit und dem Erfassen verwandt, mit anderen Worten, dem Öffnen der Tore. Wenn uns etwas ungelegen ist, obwohl es das Herz des Nächsten öffnet, würden wir es da nicht ertragen, nur um das Herz eines anderen zu entfachen? Würden wir lieber unser eigenes Vergnügen befriedigen und das Herz des Nächsten verbittern? Wäre es übrigens nicht eine herrliche Prüfung, kühn genau das zu beachten, was dem Herzen die Seligkeit erschließt? Bei der Vielfältigkeit der Errungenschaften kann man nicht verfehlen, die allgemeine Harmonie der Sphären anzuerkennen. Obwohl es scheint, als ertöne sie nur in einem einzigen Ton, erklingt dennoch jede richtige Note wie eine kosmische Konsonanz und muss mit Sorgfalt aufgenommen werden. Deshalb empören sich die Menschen so sehr im Herzen, wenn diese Note zurückgewiesen wird. Die Geduldprobe ist eine der höchsten Prüfungen.