Gemeinschaft, § 31

1925 – XI – 4

Der Lehrer schätzt den Wunsch, die großen Bildnisse vom Staub reinzuwaschen. Der Lehrer schätzt den Wunsch, große Worte einfach auszudrücken. Der Lehrer schätzt den Wunsch, den Wortschwall einzudämmen. Um das Wesentliche zu erwählen, ist es notwendig, von der Grundlage auszugehen. Man sollte wissen, dass uns kein einziges Denkmal ohne Verstümmelung überliefert wurde. Ähnlich wie aus Lehm, kann man Abdrücke von einer Gemeinschaft vernünftiger Zusammenarbeit und des Strebens über die Grenzen des Sichtbaren hinaus machen. Die Lehre kann unter dem Wahlspruch zum Ausdruck gebracht werden: ‘Wer anderer Meinung ist, möge das Gegenteil beweisen.‘ Es ist besser, das Maß nach hinten anzulegen, als mit unabwaschbarem Staub bedeckt zu sein. Wahrlich, das Wissen über das führende Prinzip beleuchtet die verstümmelten Symbole. Ihr wisst, wie man zu Lebzeiten über euch spricht. Wie wird dies nach Jahrhunderten sein? Doch das Prinzip wächst unaufhaltsam, und die Impulse seines Wachstums erschüttern die Erdfeste. Vergangene Völker hinterließen auf der Freiheit des Geistes eine Patina. Ihr möget fragen: ‘Wo sind denn die Verfolgten?‘ – Diesen Zeichen folget. Ihr werdet unter den Verfolgten die ersten Christen und Buddhisten finden, doch als die Tempel sich von Christus und Buddha abwandten, hörten die Verfolgungen auf. Ich gebe die Weisung, die Lehre einfach zu halten, sie bedarf keiner schwierigen Ausdrücke; denn das Leben ist schön in der Einfachheit. Wie um eine Pflanze herum öfters gegraben werden muss, so sind auch Wiederholungen unvermeidlich.

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