Gemeinschaft, § 261

1927 – III – 18

Im Leben jeder Gesellschaft kann eine Situation eintreten, in der eine Entwicklung in eine bestimmte Richtung schädliche Folgen haben kann. Dann muss der Führer einen Pfad von neuen weitreichenden Aufgaben finden, um die Reibung aufzusaugen. Benennen wir die Reibung nicht Rivalität oder mit noch schlechteren Namen. In gefährlichen Meerengen laufen die Schiffe einzeln durch; genauso kann sich in der Entwicklung der Gemeinschaft die Notwendigkeit ergeben, die Bewegung der Teilnehmer zu trennen. Anstatt eines möglichen Schadens kann sich eine Erwerbung neuer Gebiete ergeben. Wenn die Muskeln anschwellen, versteht es, einen Energieabfluss durchzuführen. Wenn einer Zusammendrängung der Bewegung nicht vorgebeugt wird, ist Zwist unweigerlich die Folge. Manifestation der Verschiedenheit der Aufgaben ist unerlässlich, sonst werden die Kräfte des wachsenden Bewusstseins zusammenstoßen. Es hängt vom Führer ab, zu verhüten, dass sich nützliche Kräfte in ein Gefäß von Skorpionen verwandeln. Glücklicherweise gibt es so viele laufende Aufgaben, dass es nicht schwer ist, die Kräfte auf ein dringendes Problem zu lenken. Oft wird das Steigern der Kräfte mit Antagonismus verwechselt. Oft werden statt ruhiger Anwendung einer Möglichkeit die Kohlen des Hasses geschürt. Ich rate allen Gesellschaften, diesen psychologischen Moment nicht zu versäumen, aber gelegentlich eine neue Aufgabe durchzuführen. Ich sehe, dass es möglich ist, Komplikationen durch ein Siegespfand von nützlichsten Methoden zu vermeiden. Die Lehre der Wirklichkeit muss dem Umfang der komplizierten Strömung der Evolution entsprechen. Der Vorgang der Welterneuerung muss sicher geschützt sein.

‹ § 260 · Inhaltsverzeichnis · § 262 ›